
| Zur Person: | Andreas Boege | |
| Instrument: | Oboe / Englischhorn | |
| Studium: | Köln | |
| Stationen: | 1985/86 stellv. Solooboe Südwestfälische Philharmonie (feste Aushilfe) Seit 1986 2. Oboist und Englischhornist bei den Düsseldorfer Symphonikern |
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Der Oboist, der auch Bass singt
Ob es an seinem Geburtsdatum liegt? Andreas Boege erblickte an einem Heiligabend das Licht der Welt, und seitdem scheint es das Leben gut mit ihm zu meinen. Als Sohn eines musikalischen Chirurgen und einer Musiklehrerin waren auf dem Weg zur Musik kaum Hindernisse aufgebaut. Knapp zehnjährig begann er mit dem Oboenunterricht, doch mit dem Üben hatte er es vorerst nicht so sehr. Erst die Teilnahme am Wettbewerb „Jugend musiziert“ brachte den erforderlichen Motivationsschub, ein unvergessliches Verdi-Requiem mit dem Landesjugendorchester wurde zum Initiationserlebnis, dann stand für Boege fest: Ich werde Orchestermusiker.
Nach dem Studium in Köln bei Helmut Hucke ging es über feste Aushilfen geradewegs zu den Düsseldorfer Symphonikern, wo er nun schon 18 Jahre begeistert Dienst tut. Seine wacher Enthusiasmus ist allerdings mit dem Dienst auf dem Podium und im Graben noch längst nicht gestillt. Boege verbreitert seinen Horizont stetig, spielt ebenso leidenschaftlich Barockoboe wie Neue Musik im notabu-Ensemble, singt Bass im Gesualdo-Ensemble, ist seit neuestem Orchestervorstand und versteht überhaupt seinen „Traumberuf Musiker, der gleichzeitig Hobby ist“ als eine sehr umfassende Angelegenheit.
In der Zeit, die ihm neben der Musik und dem Rohrbau für seine Instrumente bleibt, trainiert er Marathonlauf, geht klettern, programmiert Datenbanken, kümmert sich um die beiden Töchter und wirkt trotz allem nicht überlastet, sondern eher entspannt. Wie macht er das? Es macht ihm einfach alles viel Spaß, und außerdem habe er immer „unheimlichen Dusel gehabt“, meint er. Vor allem offenbar mit dem eigenen Naturell, möchte man hinzufügen. (RP, Dezember 2004)