Tilman Bollhöfer

Zur Person: Tilman Bollhöfer
Instrument: Trompete
Studium: Karlsruhe
Stationen: Seit 1991 in der Trompeten-Gruppe der Düsseldorfer Symphoniker

Ein Vaterrächer, frech wie Blech

An die Eltern aller Düsseldorfer Schüler: Falls Ihre Kinder - in welchem Fach auch immer - demnächst volle Kanne durchrasseln sollten, dann nur mit den besten Pauken und Trompeten dieser Stadt! Merken Sie sich also schon einmal diesen Namen: Tilman Bollhöfer, Jahrgang 1963, als zweifacher Familienvater selbst voll des Verständnisses für die Krisen des Nachwuchses und seit 1991 Tutti-Trompeter bei den Symphonikern; ein Mann also, der als professioneller Blechbläser nur zu gut weiß, was "permanenter Prüfungsstatus" heißt. Sitzt er doch in seinem Amt auf dem Präsentierteller, wo es unmöglich verborgen bleibt, wenn man "im Eifer des Gefechts schon mal eine richtig schöne Gurke reingesäbelt" hat.

Seine eigenen Lehr- und Wanderjahre führten ihn - rheinabwärts - aus dem Elsass erst zum Studium nach Karlsruhe, dann "als völlig unbeschriebenes Blatt" nach Düsseldorf, wo er unter die Fittiche zweier Orchesterleiter schlüpfen konnte, die für "Grünschnäbel absolut der Hit waren": David Shallon und der damalige GMD Hans Wallat, deren menschlichen und fairen Führungsstil er als blutiger Anfänger zu schätzen wusste.

Wenn der passionierte Motorradfahrer und erklärte Eishockey-Fan Bollhöfer heute "frech wie Blech" auf seiner BMW 1100 GS zum Dienst kommt, dann in dem glücklichen Bewusstsein, mit dem entschlossenen Griff zur Trompete nicht nur sich selbst den größten Gefallen getan, sondern auch den eigenen Vater gerächt zu haben, der damals seinen Traumberuf als Musiker unter dem Diktat der Vernunft dem Stande eines Altphilologen opfern musste.

Schüler Düsseldorfs, denkt an Tilman Bollhöfer.
Peter Reichelt

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.