Joachim Breitling

Zur Person: Joachim
Breitling, *1956 in Fröndenberg
Instrument: Kontrabass
Studium:
Dortmund, Würzburg, Frankfurt
Stationen: Seit
1983 Kontrabassist bei den Düsseldorfer Symphonikern

Schuld war nur das Schaufenster

"Bevor ich an die Hochschule ging, dachte ich, Musikstudenten wären so Typen, die mit Seidenschal um den Hals rumlaufen". Schwerer etepetete-Verdacht von Joachim Breitling, der vom E-Bass kam und seine musikalische Wurzel im Jazz sieht. Man kann ihn sich heute noch, nach mehr als zwanzig Jahren Orchesterdienst, gut in einem Jazzkeller vorstellen.

Etwas angenehm Schräges ist um ihn, der erst mit Siebzehn angesichts eines im Musikalienhandel ausgestellten Kontrabasses die "Liebe auf den ersten Blick" verspürte und bereits ein Jahr später an der Musikhochschule anfing. Ein Späteinsteiger also, der dann mit großer Energie zu Werke ging. Er liebte seine musikalische Rolle als Bassist: das Fundament bilden, der Motor sein und von dort aus die harmonische Architektur eines Werks erfahren, das ist sein Ding.

Sind Bassisten analytische Musikertypen? Eine typische Kontrabass-Mentalität gebe es nicht, sagt Joachim Breitling, die eigene Eins in Gehörbildung führt er auf die Improvisations-Schule des Jazz zurück. Den hat er ganz aufgegeben, mit beeindruckend professioneller Hingabe betreibt er aber nach wie vor die Porträtfotografie. Den Beruf würde er jedoch nie wechseln, auch nicht von Muse zu Muse.

Seit etwas mehr als zwanzig Jahren ist er Fundamentalist bei den Symphonikern; die Kombination von Opern- und Konzertdienst ist für ihn die optimale Anforderung. Bedauerlich findet er, dass die Musik in der Stadt keine große Lobby hat, dass Düsseldorf immer nur als Kunststadt, nie als Musikstadt gehandelt werde, denn "wir könne uns wahrhaftig hören lassen!" Stimmt!
Regine Müller

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.