
| Zur Person: | Balthasar Davids | |
| Instrument: | Horn | |
| Studium: | Düsseldorf | |
| Stationen: | 1979-1982 in Gelsenkirchen, dann ein Jahr bei den Bochumer Symphonikern, seit 1983 bei den Düsseldorfer Symphonikern |
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Drei Fixsterne gibt es im Leben von Balthasar Davids, 4. Horn bei den Symphonikern, und einer hat tatsächlich mit den Sternen zu tun: Musik, Karate und Astrologie. Chronologisch gesehen stand die Liebe zur Bewegung und damit die Beschäftigung mit der asiatischen Kampfsportart am Anfang, wenig später folgten parallel das Ausüben von Musik und die Liebe zu den Sternen, in denen das Schicksal geschrieben stehen soll.
Was das alles miteinander zu tun hat? Harmonie und gebändigte Aggression oder Kampf bedingen einander; "concertare" heißt ja auch "streiten"; ausschließlich Harmonie ist die Sache des seit 20 Jahren in Düsseldorf wirkenden Hornisten nicht. Davids scheint streitbar und ausgeglichen zugleich, eine katzenhafte, jederzeit zum Sprung bereite Gelassenheit ist um ihn.
Aus Protest hat er, aufgewachsen in einem musikalischen Haushalt, als Einziger erst sehr spät mit der Musik angefangen; jetzt aber ist Musik für ihn Grundnahrungsmittel, weniger das Hören, wohl aber das aktive Musizieren. Deshalb ist er auch ein so genanntes "Übeltier". Die Wahl des Instruments fiel auch aus einer Liebe zu Gegensätzen heraus, das Horn verfügt zugleich über die weichsten Klangmöglichkeiten unter den Blechblasinstrumenten, kann aber auch höchst aggressiv zum Angriff blasen. Und wo gehört die mit Leidenschaft betriebene Astrologie hin in dieser Konstellation von hart und weich? Davids antwortete salomonisch: Sie gehört zu Musik und Karate, zu Harmonie und Kampf durch eine einende Qualität. Allen drei Disziplinen ist auf ihre Art eigen, dass sie sich mit dem Versuch des Wissens um den rechten Zeitpunkt beschäftigen.
Regine Müller
Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.