
| Zur Person: | Manfred Hoth | |
| Instrument: | Englischhorn | |
| Studium: | Bremen | |
| Stationen: | 1979-1983 Staatsphilharmonie Ludwigshafen, 1984-1985 2. Oboist in Hannover, seit 1985 Englischhornist bei den Düsseldorfer Symphonikern |
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Die familiäre Vorbelastung legte die Berufswahl nahe, und doch fiel die Entscheidung spät. Manfred Hoth entstammt einer Bremer Oboistendynastie und ist mit dem leicht nasalen Instrumentenklang groß geworden. Bereits mit sechs Jahren hat er verbotenerweise versucht, sich ein Rohr (Mundstück) zu bauen. Das wurde natürlich nichts; den ersten Unterricht gab's dann mit 10 Jahren beim Vater, der die vergeblichen Schnitzversuche bis dahin verziehen hatte.
Manfred Hoth wollte lange Zeit aufs Meer, zur Marine. Das Wasser ist sein Element, er segelt, ein Boot liegt am Unterbacher See. Schließlich wurde er doch Musiker, wechselte aber zum tieferen Englischhorn, der elegischen und größeren Schwester der Oboe, die ihm vom Gefühl her besser liegt.
Das Studium am Bremer Konservatorium begann schon während der Schulzeit; die Zeit beim Bremer Musikcorps der Bundeswehr unterbrach das Studium nicht, so dass er ganz gradlinig schon mit 22 Jahren seine erste Stelle antreten konnte, bei der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen. 1985 landete er bei den Düsseldorfer Symphonikern, wo er die Operndienste besonders liebt, vor allem die Werke von Puccini, Verdi und Wagner. Der Rohrbau, der ihn schon als Kind beschäftigte, ist ein eigenes Thema bei Oboe und Fagott. Ungefähr einen ganzen Arbeitstag pro Woche kostet die mühsame Prozedur, immer wieder Rohre zu bauen, die dann im günstigsten Fall jeweils drei Vorstellungen halten. Manfred Hoths heimischer Rohrbau-Arbeitsplatz wird übrigens bewacht von einer Marionette, die ihn selbst darstellt.
Regine Müller
Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der üsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.