Martin Kevenhörster

Zur Person: Martin Kevenhörster
Instrument: Fagott
Studium: Essen
Stationen: seit 2000 stellvertretender
Solo-Fagottist der Symphoniker, Lehrauftrag an der Robert-Schumann-Musikhochschule

Aus der Tiefe des hölzernen Raumes

Er spiele sehr gern Neue Musik, sagt Herr Kevenhörster. Das sagen Musiker selten. Seine Bedingung ist freilich erlesen: Sie müsse sehr gut sein. Er kommt dann auf ein Stück von Isang Yun zu sprechen, das zwar "affenschwer" gewesen sei, aber "extremen Spaß" gemacht habe.

Martin Kevenhörster spielt Fagott, ein Instrument, bei dem sich die Hörer über ihre Gefühle nicht im Klaren sind. Manche finden es behäbig, manche komisch. Andere mögen es gar nicht; Bruckner zum Beispiel, sagt Kevenhörster, habe es eindeutig nicht gemocht. Aber Bruckner hat auch nicht den Anfang von Strawinskys "Sacre" gekannt, eine Liebeserklärung ans Fagott, bei der sogar der souveräne Herr Kevenhörster ab und zu Herzklopfen hat.

Der gebürtige Oberhausener weiß, dass die Gesellschaft ihre Musiker nicht so lebensnotwendig braucht wie die Bäcker, Krankenhäuser und Schulen. "Aber sie braucht uns, um gesund an der Seele zu werden." Das könne man natürlich nicht auf einer Waage oder beim Hausarzt messen.

Früher fand Herr Kevenhörster Oper "grauenhaft"; früher wollte er aber auch Cello spielen, weil er daheim auch vor dem Stimmbruch immer schon die Bassstimme bei Liedsätzen gesungen hat. Dass es später das Bassinstrument der Holzbläser wurde, hat also eine gewisse Konsequenz.
Wolfram Goertz

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.