Beate Kleinert

Zur Person: Beate Kleinert
Instrument: Violine
Studium: Saarbrücken,
Würzburg, London
Stationen: Seit
1987 Mitglied der zweiten Violinen der Düsseldorfer Symphoniker

Wechselbäder mit Vorbehalten

"Man ist ja Handwerker" findet Beate Kleinert und will damit nur sagen, dass ihr die alltäglichen Dinge des Lebens wie Haus- und Gartenarbeit ohne Verletzungsangst genauso flott von der Hand gehen wie Läufe, Triller, Doppelgriffe. Denn wer mit Musik sein Geld verdient, der kann die Berufskleidung nicht ausziehen wie der Schlosser seinen Anzug und hinter sich die Tür zumachen.

Annähernd zur selben Zeit, da Frau Kleinert in Düsseldorf an einem Pult der zweiten Violinen ihr Instrument stimmt, tut Herr Kleinert in Köln das Nämliche. Auch er ist Geiger - beim Gürzenich-Orchester - und spielt daheim gern auf der Bratsche, wenn die Söhne ihre Eltern zum Streichquartett bitten.

"Ich weiß nicht, ob einer von den beiden Musiker wird" gibt sich die 45-jährige über die Zukunft ihrer Kinder gelassen. Schließlich hat sie, die in einer musikalischen Arztfamilie aufgewachsen ist, es selbst genossen, Zeit zu haben. Ersten Anfängen in der Musikschule ihrer Geburtsstadt Giengen - "da, wo die Steifftiere herkommen" - schloss sich nach dem Abitur das Studium bei Joshua Epstein in Würzburg und, nach einem einjährigen Intermezzo an der Londoner Royal Academy Of Music, Saarbrücken an.

Als Frau Kleinert 1987 auf Anhieb das Probespiel bei den Symphonikern gewann, hatte sie "Oper nie zuvor gespielt, noch überhaupt groß interessiert". Doch mit dem Essen kam der Appetit, und heute ist es gerade dieses Wechselbad von Oper und Konzert, das sie besonders schätzt. Und zeitgenössische Musik? Mit Vorbehalt. "Ab und zu ist es mal ganz interessant. Ich bin aber froh darüber, dass wir nicht so viel davon machen."
Peter Reichelt

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.