
| Zur Person: | Karl Theo Molberg | |
| Instrument: | Horn | |
| Studium: | Köln | |
| Stationen: | Seit 1973 stellvertretender Solo-Hornist bei den Düsseldorfer Symphonikern |
|
Er weiß sofort, wo das Foto gemacht werden soll: in der Bibliothek, dem Notenarchiv der Rheinoper.
Theo Molberg, seit fast dreißig Jahren Hornist bei den Symphonikern, ist selbst Archivar aus Passion, ein Freund stiller Orte, alter Schriften. In seiner vorsichtigen Art will er nicht zum Klischee des Blechbläsers passen, der gern ein Bierchen mehr in die Kantine nimmt. Molberg wirkt wie ein geduldiger Gelehrter, der beim Gespräch langsam in sanftes Feuer gerät.
Seinen Nebenberuf beschreibt er als Familienforschung, Genealogie. Zunächst forschte er in eigener Sache, verfolgte über Kirchenbücher seine Familiengeschichte zurück bis zum 30-jährigen Krieg. Zwischen Bonn und Düsseldorf recherchiert er, entziffert Urkunden, wälzt altes Papier und rekonstruiert Schicksale und Lebenswege. Molberg hat die Familien Schumanns und Beethovens erforscht, da schließt sich der Kreis zur Musik. Die Hornkarriere verlief gradlinig und frei von Brüchen, nach dem Studium klappte es auf Anhieb mit der Stelle bei den Symphonikern, wo er inzwischen zu den Dienstältesten zählt.
Viele GMDs hat er kommen und gehen sehen, unzählige Vorstellungen und Konzerte gespielt. Er liebt den Operndienst, sein Favorit ist Giacomo Puccini. Aber auch Kammermusik liegt ihm, als Solisten hat er sich nie gesehen.
Und wenn er mal nicht Horn spielt oder Kirchenbücher wälzt? Dann betreibt er unter kundiger Anleitung Waldpflege, betrachtet gewachsene Strukturen, lichtet Dickichte und legt - auch hier! - Wurzeln frei. Also ein Wurzelsepp? Da lächelt er mild und schaut recht skeptisch drein.
Regine Müller
Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.