Adolf Münten

Zur Person: Adolf Münten
Instrument: Klarinette
Studium: Köln
Stationen: Seit 1977 stellvertretender
Soloklarinettist bei den Düsseldorfer Symphonikern

Ein paar Vorhänge für J. S. Bach

"Bicksiases (picksüßes) Hölzl" heißt sie in Wien - die Klarinette; stark stimmungsabhängige Gefährtin eines ruhigen, groß gewachsenen Mannes mit sonorer Stimme, dem man seinen Kindertraum noch heute an den stattlichen Händen ablesen zu können meint: Klavier zu spielen. Ein früher Herzenswunsch, der an der Enge der elterlichen Behausung ebenso scheiterte wie die gleichzeitig gefasste Neigung zu der "viel zu lauten" Trompete.

Seinen ersten Klarinettenunterricht bekam Adolf Münten an der Städtischen Musikschule in Düsseldorf. Rasche Fortschritte katapultierten ihn ins Jugendsinfonieorchester, als Studenten der Schulmusik mit Hauptfach Klarinette an die Kölner Musikhochschule, wo er mittlerweile selbst seit über zwei Jahrzehnten Lehrbeauftragter ist, und schließlich, 26-jährig, auf den Posten des stellvertretenden Soloklarinettisten der Symphoniker.

Auch wenn er in dieser Funktion noch nie "den Vorhang für Salome aufziehen" musste, ist der Dienst im Orchestergraben nicht immer ein Honigschlecken. "Ganz besonders empfindlich sind - für mich - die meisten Opern von W. A. Mozart. Davor habe ich sehr großen Respekt. Oder auch manche Ballette, "Dornröschen" zum Beispiel; da sind so vertrackte, schwere Stellen drin, dass man sich schon ganz gehörig damit beschäftigen muss." Wo es die Pflicht erlaubt, widmet sich Herr Münten der Pflege von Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen, schreibt solche auch selbst oder schafft durch Arrangements für Klarinettenensemble dem Übelstand Abhilfe, dass der von ihm verehrte J. S. Bach keine Originalkompositionen für sein Instrument hinterlassen hat. Peter Reichelt

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.