
| Zur Person: | Benedikt Kramer-Rouette |
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| Instrument: | Violine | |
| Studium: | Essen |
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| Stationen: | Seit 1982 Mitglied der zweiten Violinen der Düsseldorfer Symphoniker |
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Wie ist das in der zweiten Violine, wenn man die berühmte "erste Geige" stets den Kollegen zur Rechten überlassen muss? Benedikt Kramer-Rouette, der sein 25-jähriges Dienstjubiläum bei den Symphonikern bereits hinter sich hat, lächelt gelassen. Abgesehen davon, dass es zunächst der Zufall einer freien Stelle war, ist er zufrieden mit der "zweiten Geige", denn hier gibt es mehr Möglichkeiten, zuzuhören und das Geschehen als Ganzes zu verfolgen. Bedächtig wirkt Kramer-Rouette, schelmische Skepsis blitzt aus dem Blick, bevor offenbar wird, dass dahinter ein Idealist wohnt. Ein enttäuschter? Ja und Nein - die Politik kommt schlecht weg, sie habe mit der Kultur rein gar nichts mehr am Hut. Entmutigt ist er aber nicht, dem Orchester fühlt er sich sehr verbunden, außerdem gibt es noch zahllose andere Interessen in seinem Leben: die Fotografie, Sprachen, Malerei. Nicht zu vergessen das von ihm geleitete Kammerorchester "La Tramontana".
Ein Schmalspurmusiker ist er ohnehin nie gewesen. Im Kindergarten als geschickter Melodikaspieler enttarnt, fing er schon mit sechs Jahren mit der Geige an. Das machte mehr Spaß als die Schule, die er frühzeitig verließ, um in Essen bei Saschko Gawriloff zu studieren. Mit 22 Jahren war er fertig und schon als Aushilfe bei den Symphonikern engagiert, da packte es ihn noch einmal: ein Jahr Kibbuz-Dienst in Israel und anderthalb Jahre Rundreise in den USA stillten die Lust nach dem ganz anderen Leben. Dann ging es zurück zu den Symphonikern, diesmal fest.
War es vor 25 Jahren besser im Orchester? "Ach, früher war alles früher!" sagt er salomonisch und lässt letztmals den abgeklärten Skeptiker aufblitzen.
REGINE MÜLLER
Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.