Georg Stump

Zur Person: Georg Stump
Instrument: Bassklarinette,
Kontrabassklarinette, Bassetthorn
Studium: Düsseldorf
Stationen: Seit
1983 in der Klarinettengruppe der Düsseldorfer Symphoniker

15000 Kilometer ohne Blättchen

Viel zu viel Hitchcock ohne Bernard Herrmann, doch nur wenige Herrmann-Scores ohne Bassklarinette(n); neben der Harfe das Lieblingsinstrument des verstorbenen Fimmusikgiganten und eine wahre Wunderwaffe des Orchesterklangs, auf deren Führung sich bei den Symphonikern ein großgewachsener, sportlicher Mann versteht. Georg Stump (46), der zur Klarinette kam "wie die Jungfrau zum Kinde", es eigentlich dem Bruder auf der Oboe hätte gleichtun wollen und als Kind dann eine Zeit den nötigen Eifer auf der Klarinette hatte vermissen lassen, bezeichnet sich heute selbst als einen "Klangfetischisten", der auf eigenhändig nachbearbeiteten Saxofonrohrblättern spielt, "weil es keine gescheiten Bassklarinettenblätter gibt". Besonders eng wird die Sache für ihn, wenn wieder einmal Wagners "Ring" vor der Tür steht und "man wirklich ein Blatt haben muss, das es eigentlich gar nicht gibt; das in der tiefsten Lage im Pianissimo rauschfrei funktionieren und auch Fortissimo-Stellen verkraften muss".

Nöte eines Musikers, der jedoch Herausforderung und Abwechslung geradezu sucht, sie beruflich durch die vertragliche Verpflichtung nicht allein zum Spiel der Bass-, sondern auch der Kontrabassklarinette und des - von Strauss etwa in "Cappricio" mit einer "ekelhaft schweren Stimme" bedachten - Bassetthorns findet und privat auf andere Felder ausweicht. 15 000 Kilometer legt Stump jedes Jahr auf dem Rennrad zurück, stärkt sich gern an fleisch- und fettarmer, mit seiner Gattin zubereiteter Kost á la francaise ou italien und spart mit Öl nur dann nicht, wenn er sich zur Staffelei begibt, um "sehr akribisch" surrealistische Landschaften zu malen.
Peter Reichelt

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.