
| Zur Person: | Nikolaus Trieb | |
| Instrument: | Violoncello | |
| Studium: | Stuttgart und Lübeck (bei David Geringas) |
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| Stationen: | Seit 1992 Solo-Cellist der Düsseldorfer Symphoniker |
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Das Cello gilt als besonders sinnliches Instrument, wieviele Soli vom Cello besingen das Feuer der Liebe und beweinen Trauernde. Ist Nikolaus Trieb ein sinnlicher Mensch? Höchst sinnlich spielt er jedenfalls sein Instrument, ein wertvolles Giovanni-Grancino-Instrument. Trieb ist Kopf der Cellogruppe, er betreibt Kammermusik und ist Dozent an der hiesigen Robert-Schumann-Hochschule, wo er den Nachwuchs auf ein Leben im Orchester vorbereitet. Ziemlich volles Programm. So ist er, der Herr Trieb.
Was ihm am meisten am Herzen liegt? Die Oper mit ihren Herausforderungen, in immer neuen Interpretationen durch wechselnde Dirigenten im Repertoirebetrieb, die Spannung vor einer Premiere, die Theaterluft.
Hat sich die Personalunion von GMD und Opern-Chefdirigenten in der Gestalt von John Fiore eigentlich bewährt? Eine schwierige Frage, findet Trieb. Durch die große Präsenz Fiores sowohl im Graben als auch in der Tonhalle ist Kontinuität gewährleistet, stilistische Geschlossenheit; andererseits könnten, meint Trieb, verschiedene Handschriften auch eine Bereicherung für das Orchester sein. Mit anderen Worten: Man kennt sich gut, das schafft Vertrauen; aber man kennt sich fast schon zu gut, um einander noch überraschen zu können.
Unterrichten ist für Trieb eine Gratwanderung zwischen Enthusiasmus und Desillusionierung. Die allerwenigsten Studenten schaffen es, als Solist zu überleben; Stellen im Orchester werden immer weniger. Bleibt noch Zeit für anderes? Kaum, das Programm ist dicht, die beiden Kinder kriegen schon zu wenig ihres Vaters, der mit den sinnlichen Tönen im Orchester beschäftigt ist.
Regine Müller
Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.