Thomas Duven

Zur Person: Thomas Duven
Instrument: Bratsche
Studium: Düsseldorf
Stationen: Seit
1987 Tutti-Bratschist bei den Düsseldorfer Symphonikern

Lange Stöcke erquicken vom Ring

Nicht jeder Hund und auch nicht jede Sportart passen zu jedem Menschen gleichermaßen; das Angeln freilich zum Bratschisten passt anscheinend haargenau: stille Beschäftigung für "eine von natur aus sehr entspannte Spezies", in welches Bild aber ein freundlicher Fanatiker wie Thomas Duven gar nicht passt.

Mit ihm haben die Symphoniker keinen kleinen Fisch, sondern ein wahres Arbeitstier an Land gezogen. Denn abgesehen davon, dass der 40-Jährige zu den erfahrensten (weil umtriebigsten) Musikern des Orchesters gehört, obliegt Herrn Duven auch die Diensteinteilung für die Bratschengruppe, was für den zweifachen Familienvater eine zusätzliche Belastung durch erheblichen Zeit- und Verwaltungsaufwand bedeutet. In diesem einzigen Punkt ist er denn auch froh, dass Wagner an der Rheinoper nur mit sieben Bratschen besetzt wird, während man in Bayreuth satte zwölf aufbietet und damit dem Diensteinteiler, der auch am Grünen Hügel Thomas Duven heißt, das Leben schwer macht. Seit 1985 wirkt er regelmäßig und begeistert im Festspielorchester mit. Er hat den "Ring" unter Levine, "Tristan" unter Barenboim gespielt und auch sonst schon zu so manchem Pultstar aufgeblickt: etwa aushilfsweise in den Reihen der Bamberger Symphoniker zu Horst Stein, der Staatskapelle Dresden zu Sinopoli oder des Bayerischen Rundfunkorchesters auf Japantournee zu Lorin Maazel. "Da hatte ich bisher den größten Stress: drei Proben für zehn verschiedene Stücke. Sechs Konzerte an zehn Tagen, und kein Programm wie das andere!" Zum Stressabbau tauscht Herr Duven dann die Bratsche gegen die Angel und fährt zu einem stillen Plätzchen nicht um zu "fischen", sondern - wie er lieber sagt - "lange Stöcke übers Wasser zu halten."
Peter Reichelt

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.