Principal Conductor


Copyright: Tonhalle Foto: Susanne Diesner

Adam Fischer wird Erster Konzertdirigent der Düsseldorfer Symphoniker

Der ungarische Dirigent Adam Fischer wird zur Spielzeit 2015/16 Erster Konzertdirigent der Düsseldorfer Symphoniker. Damit folgt er auf Andrey Boreyko, der bis zum Ende der Spielzeit 2013/14 das Orchester konzertant leitete. Bis zum Jahr 2020 wird Adam Fischer mit den Düsseldorfern alle symphonischen Werke von Gustav Mahler aufführen. Darüber hinaus wird Fischer das Haus als „Künstlerischer Berater der Tonhalle“ unterstützen.

Mit Adam Fischer kommt ein Dirigent von Weltrang nach Düsseldorf: „Mit diesem Mann gewinnt Düsseldorf eine Künstlerpersönlichkeit mit Seltenheitswert. Adam Fischer ist einer der großen musikalischen Universalgelehrten. Er fesselt sein Publikum mit Haydn wie mit Bartok. Ich bin sehr glücklich darüber, dass er sich für Düsseldorf entschieden hat" erklärt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Intendant Michael Becker beschreibt die besonderen Qualitäten, die eine Verbindung zwischen Fischer und dem Orchester einzigartig macht: „Adam Fischer ist ein faszinierender Künstler. Mit ihm binden wir einen Konzertdirigenten an uns, der die intensive Arbeit in der Oper als Vorteil für die Symphonik begreift. Vor allem in Hinblick auf den geplanten Mahler-Zyklus.“

Denn, so Fischer: „In meiner Vorstellung ist das richtige Mahler-Orchester eigentlich ein Opernorchester. Es geht nicht nur um eine hochglanzpolierte Wiedergabe, sondern auch um das Erleben auf der Bühne, um Aktion und Reaktion. Es geht um das Leben.“

Diese Erkenntnis entspricht einer Grundhaltung des Dirigenten: Für ihn spielt sich Musik, zumal die klassische, nicht in einem elitären Raum ab. Sie hat einen gesellschaftlichen Auftrag: „Als Dirigent beschäftige ich mich zu 95 Prozent mit Werken, die aus vergangenen Jahrhunderten stammen. Ich lebe also in einer Parallelwelt. Kunst und Musik drücken aber Empfindungen aus, die wir alle seit Tausenden von Jahren haben. Diese Empfindungen enden immer in dem Wunsch, frei zu sein. Dadurch wird Kunst immer politisch sein, auch die museale“ so Fischer.

Adam Fischer wurde weltweit bekannt durch seine Interpretationen der Wiener Klassik. Seine Einspielungen der Symphonien Haydns, Mozarts und Beethovens haben immer wieder Referenzcharakter. Gleichzeitig gilt Adam Fischer als einer der bedeutendsten Operndirigenten unserer Zeit. Seine Auftritte in Bayreuth („Dirigent des Jahres“ 2002), an der New Yorker MET und der Wiener Staatsoper gehören zu den Höhepunkten der musikalischen Saisons.

Mit überwältigendem Erfolg widmet sich Adam Fischer seit Kurzem wieder der Musik Gustav Mahlers. Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und den Wiener Symphonikern im Wiener Musikverein wurden von Publikum und Presse frenetisch gefeiert: „Ein musikalischer Triumph auf allen Linien: Die Wiener Philharmoniker mit Adam Fischer. Ein so hinreißendes musikalisches Erlebnis, dass das generell „akustisch verwöhnte" Publikum am Ende mit schier endlosen Ovationen dankte.“ (Kurier Wien, April 2014).

Bis 2020 widmet sich Adam Fischer dem Gesamtwerk Gustav Mahlers in Verbindung mit Werken Joseph Haydns. Ein jährliches Sonderkonzert widmet Adam Fischer den Menschenrechten. Mit ihnen will er auf Missstände in der Welt hinweisen und seine Vorstellung der Aufgabe von Musik betonen: „In kleinen Schritten habe ich etwas bewirkt, im Großen und Ganzen hoffe ich, dass die Menschen zum Nachdenken gebracht werden. Nachdenken ist wichtig. Man soll sich selbst auch prüfen. Grundsätzlich zu zweifeln, ist das Wichtigste.“

Für Oberbürgermeister Thomas Geisel deckt sich die Haltung Adam Fischers mit der heutigen Aufgabe von künstlerischem Engagement: "Die Wahl von Adam Fischer und seine Entscheidung für Düsseldorf spiegelt mein Verständnis kultureller Strahlkraft wider. Maestro Fischer entwickelt gemeinsam mit einem Orchester Botschaften, die weit über den reinen Hochglanz hinaus reichen. Er ist ein kluger und mutiger homo politicus. Das ist es, was die Kultur heute braucht!“

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe entwickelte gemeinsam mit dem Intendanten, dem Orchestervorstand und dem Künstlerischen Beirat das künstlerische Leitungsprofil. „Die intensive Beteiligung des Orchesters bei dieser Auswahl entspricht nicht nur meinem Führungsverständnis, es zeitigt auch ganz offensichtlich die besten Ergebnisse. Denn neben dem neuen Ersten Konzertdirigenten haben sich die Düsseldorfer Symphoniker erstmals für einen Principal Guest Conductor ausgesprochen. Damit gehen sie einen neuen und zukunftsweisenden Weg.“

An Adam Fischers Seite übernimmt der junge französische Dirigent Alexandre Bloch die neu geschaffene Funktion des Principal Guest Conductors. Mit ebenfalls vier Konzerten pro Spielzeit bildet er einen thematischen Gegenpart zur Arbeit Adam Fischers. „Was für eine Freude, mit diesen Musikern zu arbeiten! Wir können viel miteinander teilen, voneinander lernen, erreichen und dem Düsseldorfer Publikum geben. Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit den Düsseldorfer Symphonikern in den nächsten Jahren“ erklärt Bloch.

Im Alter von 27 Jahren gewann Bloch den Donatella Flick Dirigenten-Wettbewerb des London Symphony Orchestra, dessen Assistenz-Dirigent er anschließend wurde. Dieser Erfolg öffnete dem Nachwuchsdirigenten die Türen weltweit, Debüts folgten unter anderem mit dem Königlichen Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem BBC National Orchestra of Wales und dem Danish Chamber Orchestra.

Jan Perschel, Sprecher des Orchestervorstands, sieht in dem jungen Franzosen eine außergewöhnliche Begabung: „Das „Heldenleben“ von Richard Strauss hat unter seiner Leitung über eine Woche eine unglaubliche Entwicklung genommen und wir wünschen ihm, dass die Zeit in Düsseldorf der Beginn einer großen internationalen Karriere ist. Wir sind sehr glücklich, mit Adam Fischer und Alexandre Bloch in den nächsten Spielzeiten zusammenzuarbeiten.“

Andrey Boreyko 2009 - 2014
John Fiore 1999 bis 2008
Salvador Mas Conde 1993 bis 1999
David Shallon 1987 bis 1993
Bernhard Klee 1977 bis 1988
Willem van Otterloo 1974 bis 1977
Henryk Czyz 1971 bis 1974
Rafael Frühbeck de Burgos 1966 bis 1971
Jean Martinon 1960 bis 1965
Eugen Szenkar 1952 bis 1960
Heinrich Hollreiser 1945 bis 1952
Hugo Balzer 1933 bis 1945
Hans Weisbach 1925 bis 1933
Georg Lennart Schneevoigt 1924 bis 1925
Karl Panzner 1908 bis 1923
Julius Buths 1890 bis 1908
Julius Tausch 1854 bis 1890