Fagott

Das Fagott ist ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt in der Tenor- und Basslage, dessen Name (ital. fagotto = "Bündel") sich aus seiner mehrteiligen Bauart ableitet. Im Stiefel, der aus diesem Grund auch Doppelloch genannt wird, verlaufen zwei parallele Bohrungen, die am unteren Teil durch ein U-förmiges Messingrohr miteinander verbunden sind. Der Klang des Fagotts wird in tiefen Lagen gern als brummig, in der Tenorlage als nasal und im obersten Register als quäkig beschrieben. Im Grunde wird das Fagott ähnlich gegriffen wie eine Altblockflöte oder das tiefe Klarinettenregister.

In der reinen Holzbläser-Kammermusik spielt das Fagott eine wichtige Rolle, da es meistens die Bassfunktion hat. In Harmoniemusiken, Bläseroktetten und -sextetten sind meistens zwei, im Bläserquintett ein Fagott besetzt. Seit dem 20. Jahrhundert gibt es verstärkt auch freiere Formen wie die verschiedenen Duos mit anderen Instrumenten von Francis Poulenc, Heitor Villa-Lobos und Sofia Gubaidulina.

In der Klassik emanzipierte sich das Fagott als Orchesterinstrument von der reinen Bass-Funktion und wurde als Melodieinstrument den anderen Holzbläsern fast gleichgestellt: Beispiele hierfür finden sich in den späten Symphonien und vor allem in den Klavierkonzerten von Mozart, aber auch schon bei Joseph Haydn und natürlich bei Beethoven.

Die Rolle des Fagotts in der Orchestermusik des 20. Jahrhunderts ist stark geprägt durch den Einsatz des Instruments bei Strawinsky, der zu Beginn seines Le sacre du printemps ein Fagottsolo in bislang unerhört hoher Lage spielen lässt.