Klarinette

In der reinen Bläserkammermusik gibt es kaum eine Formation ohne Klarinette. In Harmoniemusiken, Bläseroktetten und -sextetten sind meistens zwei, im Bläserquintett eine Klarinettenstimme besetzt. Eine weitere wichtige Besetzung ist das moderne Klarinettenensemble mit Klarinetten, Bassetthörnern, Es-Klarinette, Baßklarinette und Saxophonen oder das Klarinettenquartett aus zwei Klarinetten, Bassetthorn und Bassklarinette.

Wolfgang Amadeus Mozart hörte 1778 in Mannheim Sinfonien von Carl Stamitz und schrieb an seinen Vater:

"Ach, wenn wir nur clarinetti hätten! - sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen und clarinetten einen herrlichen
Effect macht!"

Mozart bemühte sich von diesem Zeitpunkt an, dieses Instrument auch in Österreich im Orchester zu integrieren, und es ist mit sein Verdienst, dass in den Symphonien von Beethoven die Klarinette bereits zur Bläsergruppe gehört und gleichwertig mit der Oboe oder Flöte eingesetzt wird. Besonders charakteristische Stellen findet man in den innigsten Momenten vieler Mozart-Opern und in den langsamen Sätzen der Beethoven-Symphonien. Zu dieser Zeit wurden üblicherweise zwei Klarinetten im Orchester besetzt.

Bei vielen Komponisten der Romantik ist die Klarinette, ähnlich der Oboe in der Barockzeit, das Instrument der Wahl für intime, gesangliche Passagen (beispielsweise in den Symphonien von Mendelssohn oder Brahms). Auch im romantischen Opernorchester wird sie gerne mit ausdrucksvollen Gesangslinien kombiniert.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beeinflusste der neuartige Jazz auch die Konzertmusik und naturgemäß kam hierbei die Klarinette als verbreitetes Jazz-Instrument, das aber auch im Orchester vertreten ist, zum Zug. Ein weltbekanntes Beispiel ist der Beginn der Rhapsody in Blue von George Gershwin. Moderne Komponisten schätzen die Klarinette vor allem für ihre Wendigkeit in allen Registern. Seit Arnold Schönberg gilt sie gemeinsam mit der Flöte als besonders geeignetes Instrument für atonale oder experimentelle Musik.