Pauke

Dem Grundwesen nach ist die Pauke ein uraltes Instrument und von dem Toph oder Aduse der Hebräer bis hin zu den von Praetorius als "ungeheure Rumpelfässer" geschilderten Heerpauken des 16. und 17. Jahrhunderts und unseren Konzertpauken bei allen Völkern in den verschiedenartigsten Gestalten und Formen zu finden. Von den Persern und Türken soll sie ins Abendland gekommen sein.

Sie ist ein Schlaginstrument aus der Gruppe der Membranophone und besteht aus einem halbkugeligen Kessel, bespannt mit einem künstlichen oder natürlichen Fell, das durch einen am Rand angebrachten Mechanismus verschieden straff angespannt werden kann. Somit kann man die Tonhöhe des Klanges der Membran regeln. Pauken, bei denen das zeitraubende Anziehen der einzelnen Schrauben durch eine so genannte "Maschine" ersetzt ist, welche auf die ganze Peripherie gleichmäßig wirkt, heißen Maschinenpauken.
Bei den Pedalpauken lässt sich die Tonhöhe mit Hilfe eines Fußpedals regeln. Somit ist der Paukist in der Lage, die Stimmung während des Spielens stufenlos zu verändern (Glissando). Eine weitere Sonderform ist die Wiener Pauke, bei der mittels eines Handrades nicht das Fell sondern der Kessel durch Hebelbewegung auf und nieder bewegt wird.

Weltweit haben sich für die Bespannung der Pauken Kunststofffelle durchgesetzt. In den großen Spitzenorchestern der klassischen Tradition wird jedoch weiterhin auf Naturfellen gespielt (in der Regel Kalbfelle). Die Schlägel der Pauke haben Köpfe aus Filz, Leder, Flanell, Kork oder Holz, womit unterschiedliche Klangnuancen erzeugt werden können.

Meistens werden im Orchester zwei bis vier Pauken nebeneinander gebraucht. Schon im Barock gab es Solo-Stücke für ein oder mehrere Pauker (Gebrüder Philidor, Babelon, um 1690).
Bei Wagner, Strauss, Mahler und Nielsen gibt es Werke, in denen zwei Pauker beschäftigt sind. Berlioz setzte in seiner Symphonie Fantastique vier und in seinem Requiem (Grand messe des morts) sogar zehn Pauker ein.