Jürgen Odenhoven

Zur Person: Jürgen
Odenhoven *1956 in Stolberg
Instrument: Posaune
Studium: Aachen (als Jungstudent) und Düsseldorf
Stationen: 1976
Posaunist in Gießen, 1977 Soloposaunist in Remscheid,
seit 1980 stellvertretender Soloposaunist bei den Düsseldorfer
Symphonikern

Aus der Botanik der Sonnenseite

"Trompete willst du lernen" Lach mal! Nee, mit der Fresse kannst du nur Posaune spielen!"
So kam Jürgen Odenhoven zur Posaune. Der stellvertretende Soloposaunist der Symphoniker erwies sich bereits mit 12 Jahren als Naturtalent, das dem sperrigen Instrument sofort Töne zu entlocken wusste und im heimischen Garten schon am ersten Tag des Posaunenbesitzes trötend durch die Botanik stapfte, bis der Vater grollte: "Wenn du jetzt nicht sofort Ruhe gibst, mach ich 'ne Dusche aus dem Ding!"

Derlei Dönekes hat Jürgen Odenhoven, der so entspannt wirkt, als sei der Beruf sein liebstes Hobby, zuhauf auf Lager. Mit dem Instrument habe er es immer leicht gehabt; er konnte die Sonnenseiten des Musikerberufs genießen und tut dies noch heute, selbst nach zwei langen Perioden als Orchestervorstand, wo er als Kummerkasten, Schlichter und Verhandler zwischen den Fronten unterwegs war und ist.

Gern ein Sprung ins kalte Wasser.

Als Orchestermusiker blickt er auf 28 Dienstjahre zurück, 24 davon in Düsseldorf. Der erste Dienst im Graben der Rheinoper war "Hänsel" anno 1980, damals waren noch 65 Opern und 35 Ballette im ständigen Repertoire. Das war Stress und oft ein Sprung ins kalte Wasser: etwa Alban Bergs "Wozzeck" ohne Probe. Wunderbar als Herausforderung. Odenhoven spielt trotzdem lieber Konzerte, weil er den Kontakt zum Publikum mag und die intensive Probenvorbereitung schätzt.

Ansonsten genießt er eher unspektakuläre Dinge: Kochen und Motorradfahren. Könnte er sich einen anderen Beruf vorstellen? Nach kurzem Zögern antwortet er: "Höchstens Kneipenwirt!"
Regine Müller

Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.