
Der Schweizer Dirigent Mario Venzago wird "Schumann-Gast" der Düsseldorfer Symphoniker
Orchester mit langer Tradition
Die Düsseldorfer Symphoniker haben eine lange Tradition. Sie sind die direkten Nachfolger der berühmten barocken "Düsseldorfer Hofmusik" und Deutschlands zweitältestes städtisches Orchester. In den Annalen der Symphoniker finden sich so berühmte Musikernamen wie Mendelssohn, Händel und Brahms.
Schumann in Düsseldorf
Die für die Stadt bedeutendste und nachhaltigste Liaison haben die Düsseldorfer aber mit Robert Schumann. Er war von 1850 bis 1853 Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Glückliche wie unglückliche Momente seines Lebens spiegeln sich in seiner Arbeit mit und für das Orchester wider. Die in Düsseldorf entstandene "Rheinische" Symphonie des Komponisten ist ein Stück musikalischer Weltliteratur und gehörte zu den Standards im Repertoire des Orchesters. Bis zum 9. Oktober 2008. An diesem Tag haben der Schweizer Mario Venzago und die Düsseldorfer Symphoniker Schumann neu definiert. Als einen sinnlichen und sinnenden Romantiker von besonderem Format. "Die Symphoniker sind ein besonders intelligentes und schnelles Orchester - es ist ein Vergnügen, mit ihnen Schumann zu musizieren", betont Venzago. Die Bewunderung ist gegenseitig, und deshalb wird Mario Venzago zum ersten "Schumann-Gast" des Orchesters. Dieser Einladung haben alle sofort und herzlich zugestimmt: das Orchester, der zukünftige Generalmusikdirektor Andrey Boreyko und Intendant Michael Becker. "Es ist eine Geste der Sympathie, aber auch ein Arbeitsauftrag für den Dirigenten", sagt Becker, "Anders als viele Orchester, die in den vergangenen Jahren recht pauschal Barockinterpreten eingeladen haben, wollen wir ein Düsseldorfer Modell entwickeln, das nur hier, in einer Schumann-Stadt sinnvoll ist. Wir wollen die Symphoniker als Schumann-Orchester etablieren."
Das "Schumannorchester"
Mit Blick auf das Schumann-Jahr 2010 überzeugt die Wahl des Schumann-Spezialisten Venzago: GMD Andrey Boreyko wird seinen künstlerisch programmatischen Schwerpunkt in zahlreiche Uraufführungen und spannende Querverbindungen zwischen Schumann und heute legen. Dazu wird die besondere Schumann-Kunst Venzagos, viele Werke Schumanns mit den Symphonikern "unerhört" und neu erscheinen lassen. Mario Venzago hat für Juni und November 2010 bereits zwei Produktionen zugesagt. Unter anderem wird er das Schumann-Violinkonzert mit Frank Peter Zimmermann aufführen.
Der Dirigent Mario Venzago
Mario Venzago wurde in Zürich geboren, studierte u.a. bei Hans Swarowsky in Wien und machte zunächst eine Karriere als Konzertpianist. Mit 30 Jahren übernahm er als Dirigent das Winterthurer Stadtorchester und war gleichzeitig Radiodirigent des Orchestre de la Suisse Romande in Genf sowie Theaterkapellmeister in Luzern, später Chefdirigent der Grazer Oper und des Grazer Philharmonischen Orchesters. Weitere Stationen waren die künstlerische Leitung des Baltimore Music Summer Fest und die Nachfolge von Neeme Järvi als Chefdirigent des Schwedischen Nationalorchesters, der Göteborger Sinfoniker. Zurzeit ist er Chefdirigent des Indianapolis Symphony Orchestra (USA). Mario Venzago dirigierte die Berliner Philharmoniker, konzertierte an den Salzburger Festspielen, den Luzerner Festwochen und anderen bedeutenden Festivals. Er ist regelmäßiger Gast vieler berühmter Orchester, z.B. London Philharmonic, BBC London, Gewandhaus Leipzig, Boston und Philadelphia, Scala di Milano etc.