
| Zur Person: | Gabor Sinay * in Debrecen, Ungarn |
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| Instrument: | Violine | |
| Stationen: | 1970 Ausreise nach Deutschland nach kurzem Intermezzo beim Siegerland-Orchester seit 1971 Mitglied der Düsseldorfer Symphoniker, Dozent an der Robert-Schumann-Musikhochschule |
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Ein ungarischer Geiger! Da denkt man sogleich an schluchzende Soli zu Cimbal-Begleitung in pittoresker Tracht. Gabor Sinay, waschechter Ungar und seit 1971 in der Fraktion der zweiten Violinen, schüttelt mild den Kopf. Was gemeinhin als ungarische Musik gelte, sei die Musik fahrender Zigeunerensembles, ungarische Volksmusik aber sei etwas anderes, nämlich jene rhythmische, karge Musik, die Kodály und Bartók vor dem Vergessen bewahrt haben.
Geboren und aufgewachsen in Debrecen, verlangte Sinay schon als Knirps von drei Jahren nach der Geige, mit fünf durfte er im musikalischen Kindergarten erstmals eine 1/8-Geige unters Kinn klemmen. Damit war die Berufsentscheidung gefallen, alles Weitere ein gerader, unbeirrter Weg: mit 23 Lenzen war das Studium beendet, die Frau fürs Leben gefunden, das erste Kind unterwegs.
Damals versprach sich Ungarns staatliche Konzertagentur Deviseneinnahmen dadurch, dass sie junge Musiker in den Westen ausreisen ließ, auf dass sie dort ordentlich verdienten und die Steuern brav in der Heimat zahlten, in Westwährung, versteht sich. Sinay nutzte die Gunst der Stunde, ließ sich "aus-leihen" ? und blieb. Schon längst fühlt er sich heimisch hier, der charmante ungarische Akzent verrät ihn zwar immer noch, aber zurückkehren nach Ungarn will er nicht. So gelassen und heiter er ist, er fühlt sich noch immer als Leistungssportler und empfindet trotz deutlich kleinerem Repertoire und weniger Belastung die Belastung nicht geringer als früher. Es kämen heute viele andere Dinge hinzu, Kinderkonzerte, Schulaktionen, Schulkonzerte usw.
Wieso Leistungssportler? Weil man immer fit bleiben müsse - und weil das Gefühl, noch rasch zwei Stunden üben zu müssen, auch zwischen zwei Diensten keine Freizeit aufkommen lasse. Freizeit kommt später, spätestens in sieben Jahren. Dann kann sich der Sammler Sinay mehr um Bildende Kunst kümmern, viel reisen und "sein Traum" Reiseberichte verfassen.
Regine Müller
Die Rheinische Post unterstützt die Düsseldorfer Symphoniker mit der regelmäßigen Serie "Unsere Symphoniker". Darin werden alle Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker vorgestellt. Der Abdruck der Texte erfolgt mit freundlicher Genehmigung der RP. Die Autoren sind Regine Müller, Wolfram Goertz und Peter Reichelt.