Neuland

NEULAND Vol. 2

Musik trifft Tanz, trifft Bildende Kunst und Fotokunst, trifft Video, Lyrik und Design: In einer neuen Auflage des 2021 erfolgreich gestarteten Formats ›Neuland‹ rücken wir am 15. Juni wieder die Freie Szene Düsseldorfs ins Rampenlicht. Dabei stehen diesmal nicht die Musikerinnen und Musiker allein, sondern Künstlerinnen und Künstler verschiedener Kunstsparten im Mittelpunkt. Sie werden in der Tonhalle als „Kunstpaar“ kollaborieren und insofern buchstäblich „Neuland“ betreten. Hier stellen wir die Kunstpaare genauer vor:

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Frederike Möller  KLAVIER
Michalis Nicolaides  VIDEOKUNST

(Hans Steingen, Tonaufnahmen & Arrangement)

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FREDERIKE MÖLLER ist Pianistin, Performerin, Festivalgründerin, Toypianospezialistin und Musikwissenschaftlerin. Ihre Konzerte und Performances führten sie bereits durch Europa bis nach Kuwait, Kirgistan, Korea und Japan...und immer wieder zurück nach Düsseldorf, wo sie seit  2018 Festivalleiterin des Internationalen Düsseldorfer Orgelfestivals ist. 
 

MICHALIS NICOLAIDES arbeitet in den Bereichen Installation, Video und Performance. In seinen  Arbeiten begibt er sich oft als Akteur in situativ-räumliche Kontexte, die sich mit der experimentellen Untersuchung des Verhältnisses von räumlichem Erlebnis und flächiger Abbildung verbinden.

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„Wir werden den Moment des Mit-sich-selbst-Musizierens, wie es im Lockdown zum Alltag wurde, auf die Bühne bringen. Der Orchesterpart am Klavier wird aber nicht nur von einer Frederike gespielt, sondern gleich von dreien. Auch die Klaviere auf denen die digitalen Frederiken spielen, werden unterschiedliche sein. In Echtzeit darf ich dann das Solo aus dem langsamen Satz des berühmten Mozart C-Dur-Konzertes mit mir selbst am Klavier und am ToyPiano - zusammen mit Michalis - auf die Bühne der Tonhalle bringen. Dieses Projekt ist für Michalis und mich absolutes Neuland, obwohl wir schon seit einiger Zeit zusammen Projekte realisieren, die auf der Schwelle von digitalem und realem Raum balancieren.“ (Frederike Möller)

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Foto: Hanne Horn

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Rolf A. Scheider BARITON
Thomas Hinz KLAVIER
Lydia Drontmann LIVE-ZEICHNUNGEN

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Rolf A. Scheider ist seit Jahren an zahlreichen Theatern im In- und Ausland tätig. Stellvertretend seien hier genannt: Aachen, Bielefeld, Erfurt, Münster, Theater Hagen, Deutsche Oper am Rhein, Wuppertal, Staatstheater Oldenburg, Opera Zuid/NL, MIR Gelsenkirchen, Opernhaus Halle, etc. Bei aller Spielfreude und Liebe zur Oper steht er Düsseldorfer Bass-Bariton ebenso häufig auf dem Konzertpodium, wo er alle wichtigen Partien seines Fachs gesungen hat. Im  letzten Jahr beim ersten „Neuland“ Konzert war Rolf A. Scheider mit der Interpretation des Liederzyklus' op. 123 von Schostakowitsch zu hören. Mit Thomas Hinz verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit.

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Thomas Hinz ist Pianist mit den Schwerpunkten Liedbegleitung und Kammermusik. Er konzertierte u. a.  in der Tonhalle Düsseldorf und dem Konzerthaus Dortmund; verschiedene freie Opernproduktionen führten ihn als Korrepetitor nach Salvador (Brasilien) und nach Bayreuth. Er ist offizieller Liedbegleiter bei internationalen Gesangswettbewerben wie "La Voce“ (Bayerischer Rundfunk) und "Giulio Perotti" (Ückermünde). 

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Lydia Drontmann ist Bildende Künstlerin, Innenarchitektin und Designerin. Seit 1995 ist sie freischaffend künstlerisch tätig. Ihre Arbeiten bewegen sich stilistisch zwischen Zeichnung und Malerei. "Mit wenigen Strichen wird das Typische eines Menschen, die Essenz eines Gedankens wiedergegeben, ohne dabei an der Oberfläche zu verharren." (Sigrid Blomen-Radermacher)

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"In diesem Konzert werde ich mit Thomas Hinz am Klavier zwei Lieder von Gustav Mahler vorstellen. Es sind zwei sehr ernste Lieder, die von den Schrecknissen des Krieges und des Soldatentums erzählen: "Tamboursg'sell" und "Revelge". Lydia Drontmann wird parallel dazu live auf ihrem Tablet zeichnen - und das Publikum kann über die Leinwand verfolgen, welche Geschichte sie in ihren Zeichnungen erzählt, nämlich eine ganz andere als es die Musik tut: eine Geschichte, die eine 2. Ebene eröffnet, in der es um Trost und Hoffnung gehen soll!" (Rolf A. Scheider)

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nEULAND
Karen Bößer  TANZ & CHOREOGRAFIE
Thomas Klein ELECTRONICS

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Karen Bößer ist eine Choreografin und Tänzerin aus Düsseldorf. Ihre eigenen Produktionen sind an der Schnittstelle von performativer und visueller Kunst angesiedelt. Sie widmet sich ihren Interessensfeldern mit konzeptueller Strenge und Forschergeist und verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz unter Einbeziehung von Tanz, Performance, Musik und Bildender Kunst. Sie hinterfragt die Gesetzmäßigkeiten des Theaters durch Vermischung von Bühne und Zuschauerraum und spürt neue und unerwartete Zusammenhänge auf.

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Thomas Klein ist seit 1994 Schlagzeuger der international bekannten Elektronikband Kreidler. Seit 2011 setzt er sich als Solo-Künstler unter dem Namen Sølyst mit der Verbindung von Schlagzeug und Elektronik auseinander und veröffentlicht weitere Alben. Außerdem schafft er Kompositionen für Film und Hörspiel, klang-künstlerische Arbeiten in Kooperation mit Künstler*innen wie Dunja Evers und Mischa Kuball sowie Theatermusik in Köln und Düsseldorf. Für Kabawil e. V. komponierte er die Musik für mehrere Tanztheaterstücke. Ferner arbeitet er als musikalischer Dozent in Projekten mit Geflüchteten. 

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Bei "Neuland" werden Thomas Klein und Karen Bößer erstmals ihr gemeinsam entwickeltes Stück „Under Moon“ präsentieren. Die Performance ist eine szenisch-musikalische Zusammenarbeit, in der das Animalische, Wesenhafte im Menschen reflektiert wird. Ein angepasstes Ego und seine animalischen Instinkte ringen miteinander, werden wechselnd sichtbar. Moral und Trieb, Formen des Egoismus, der Leidenschaft, kontroverse Haltungen und Verlangen blitzen auf und wollen dominieren. Dagegen stehen der Wunsch und die Einsicht nach Ausgleich. 

Karen Bößers tänzerische Performance führt in eine szenische Welt von Dichte, Intensität, Transparenz, Leichtigkeit und Abstraktion - kongenial getragen von Thomas Kleins aka Solyst Elektro- und Tribal Beats mit Schlagzeug. Gemeinsam ringen sie um einen Ausgleich der kaleidoskopischen Fliehkräfte hin zu Menschlichkeit und Gerechtigkeit.

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Neuland
Arturo Castro Nogueras GITARRE
Nyani Quarmyne FOTOKUNST

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Arturo Castro Nogueras schöpft aus einem reichen kulturellen Erbe, das seine kubanische, puertoricanische und mexikanische Herkunft ihm in die Wiege gelegt hat. Er wurde in eine Musikerfamilie hineingeboren und hat auf dem gesamten europäischen, nord- und südamerikanischen und afrikanischen Kontinent Solo- und Kammermusikkonzerte gegeben. Ihm liegt viel daran, seine Musik stets in einen breiten sozial-diskursiven Kontext zu stellen und so sein Instrument, die Gitarre, für den interkulturellen Dialog zu nutzen.

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Nyani Quarmyne ist ein Fotograf, der sich auf globale Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und die Umwelt konzentriert. Mit seinen Bildern möchte er uns auffordern, die Dinge nicht so hinzunehmen wie sie sind, sondern darüber nachzudenken, wie die Dinge anders, besser sein könnten. Als multiethnischer Mensch, dessen Leben sich über fünf Kontinente erstreckt, findet er in uns allen eine gewisse Gemeinsamkeit - unabhängig von unserer jeweiligen Kultur, Herkunft und unserem Glauben -, die für seine Arbeit von zentraler Bedeutung ist. 

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Obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Disziplinen kommen, verfolgen Arturo Castro Nogueras und Nyani Quarmyne mit ihrer jeweiligen Kunst die gleichen Ideale und Ziele. Insofern liegt es nahe, dass sie ihre Künste auf der Bühne zusammenführen, um durch die Synthese von Klang und Bild ans Ziel ihres gemeinsamen Weges zu kommen.

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Leonhard Bartussek & Sabrina Haunsperg

 

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„Wir verschränken den Assoziationsraum Flüssiger Musik mit bewegten Bildern. Dabei experimentieren wir mit verschiedenen Projektionstechniken, um die spezifische Atmosphäre der einzelnen Musikstücke auf einer visuellen Ebene zu verdichten.“ 

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Sabrina Haunsperg studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und ist Meisterschülerin von Herbert Brandl. Ihre Malerei wird in zahlreichen bedeutenden Museen gezeigt, darunter die Hamburger Kunsthalle, Deichtorhallen Hamburg, Museum Wiesbaden, Schauwerk Sindelfingen, Kunstmuseum Bonn und Kunstsammlungen Chemnitz. Sabrina Haunspergs künstlerisches Interesse gilt zudem künstlerischen Kooperationen und immersiven Projekten, insbesondere der Verschmelzung von bildenden und musikalischen Bereichen.  So wirkte sie zuletzt als Sopran und Teil des Liquid Music Collective auf dem Album Liquid Edge mit und zeichnet für die Videoarbeiten im Musik-Tanz Produktion “Bach - Das Kapital" des Komponisten und Künstlers Leonhard Bartussek verantwortlich. 

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Leonhard Bartussek ist Komponist und bildender Künstler. Viele Jahre spielte er als Cellist mit einigen der führenden Barockensembles Europas, auch als Solo-Cellist, u.a. mit Concerto Köln, Les Musiciens du Prince Monaco, Wiener Akademie oder Il Pomo D ́Oro, bevor er sich ganz auf die Entwicklung seiner eigenen Musik, bildenden Kunst und auf das Schreiben fokussierte. Seine Musik, die er Flüssige Musik nennt und die zwischen experimenteller neuer Musik, Barock und Pop changiert wird aufgeführt im Lincoln Center New York, bei der Styriarte in Graz, beim zamus Festival in Köln, bei BTHVN2020 oder im Bozar in Brüssel. 2021 erschien das Album Liquid Edge mit seinem dreizehnköpfigen Liquid Music Collective, mit u.a. dem berühmten Countertenor Valer Sabadus.

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ENSEMBLE KRUNK
Anna Seropian  LEITUNG, ARRANGEMENTS, KLAVIER
Sonja Asselhofen  VIOLONCELLO
Hovhannes Margaryan  ZURNA, DUDUK
Simon Tressin  PERCUSSION

 

& Rymon Zacharei  TANZ

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"Krunk" heißt Kranich und ist der Titel des bekanntesten Liedes in Armenien. Aber nicht nur für die Armenier ist der Kranich ein Tier von starker Symbolkraft. Auch in anderen Kulturen treten Kraniche als Künder des Frühlings, der Liebe und Lebensfreude, aber auch als Mahnung gegen Krieg, Entfremdung und Entzweiung auf. Das Ensemble KRUNK widmet sich den verschiedenen Musiken der Länder, aus denen seine Musiker*innen stammen: Armenische Sakralmusik trifft auf deutsche mittelalterliche Kirchenmusik, georgische Kriegstänze stehen spanischen Pilgerliedern gegenüber. Die Volksmusik aus dem armenischen und georgischen Kulturkreis wird neu arrangiert und umkomponiert und in das multikulturelle Deutschland des 21. Jahrhunderts gebracht. Die Musik von KRUNK ist sowohl gelebte Erinnerung an eine frühere Heimat als auch das Erleben von Veränderung und Bereicherung der eigenen Kultur durch andere.

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Rymon Zacharei, geboren in Bagdad und bekannt unter dem Künstlernamen „Rayboom“, ist ein Tänzer im Bereich Hip-Hop und diversen Urban-Tanzstillen. Sein Tanzstil zeigt eine Kombination aus Hip-Hop Elementen, verschiedenen Kampfsport Bewegungen und zeitgenössischem Tanz. Er ist Mitglied der Tanzkompanie „E-Motion“ und aktuell ein Crew-Mitglied der Tanzgruppe Flying Steps. 2017 erhielt er den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf als Nachwuchskünstler der Darstellenden Kunst.

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NADA BRAHMA
Angela Froemer  GESANG
Ralf Herrnkind  JAZZGITARRE
Sally-Mae VISUALS

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Nada Brahma: Klassik, Jazz und Weltmusik vermischen sich zu einem spannenden Crossover. Das musikalische Paar Angela Froemer (klassischer Gesang) und Ralph Herrnkind (E-Gitarre) haben musikalische Werke aus vergangenen Jahrhunderten und Regionen neu arrangiert und mit elektronischen Effekten angereichert. Den Rahmen bilden zwei barocke Arien des englischen Barockkomponisten Henry Purcell („A Prince of Glorious Race Descended“ und „Music for A While“). Dazwischen erklingt das traditionelle südindische Stück „Pudu Kkottai“. Die Werke werden mit den originalen Melodien dargeboten, allerdings gibt es einige harmonische Erweiterungen und eingefügte Improvisationen. Ostinate Motive werden in einen Looper eingespielt und darüber entstehen immer komplexere Klanggebilde. Der Vortrag wird eine Mischung aus Klassik-Konzert, Weltmusik und Jam Session...

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UNSTUMM
Nicola L. Hein  GUITAR
H0b3rt (K.I.)   ELECTRONICS
Claudia Schmitz LIVE MOVING IMAGES ONTO SCULPTURE
D0nn4 (K.I.)  LIVE-VIDEO

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UnStumm ist eine gegenwartsorientierte Kulturinstitution ohne festes Haus, organisiert und kuratiert von Nicola L. Hein (Gitarrist, Klangkünstler und Philosoph) und Claudia Schmitz (Time-based Media Artist). UnStumm konzentriert sich auf die Zusammenarbeit von Video- und Soundkünstler*innen aus dem In- und Ausland. Es fokussiert sich in einer Ausrichtung und Arbeit auf Belange von Diversity, Equity und Dekolonisation, versucht bestehende Strukturen der Ungleichheit aufzubrechen und verändern. Nach Performances in über 12 Ländern weltweit in Kooperation mit dem Goethe Institut, hat sich UnStumm innerhalb der letzten Jahre auf die Entwicklung der Augmented Reality IOS/Android Software  und Streaming Infrastruktur "UnStumm - Augmented Voyage" konzentriert, welche Echtzeit Performance von Videokünstler*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen in Augmented Reality Videoskulpturen und virtuellen Mehrkanal-Audio Systemen ermöglicht.

Mit "NonArtificial Liveness" entwickeln Hein und Schmitz die Interaktion zwischen zwei menschlichen Künstler*innen und zwei K.I. Künstler*innen in einer audiovisuellen Live-Performance. Schmitz und Hein haben im Vorfeld der Performance zwei K.I. Entitäten auf Inhalte ihrer künstlerischen Arbeit trainiert und werden diese während der Performance gemeinsam weiterentwickeln.


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Nicola L. Hein ist Klangkünstler, Gitarrist, Komponist und Forscher im Bereich der Musikästhetik und Kybernetik. Präsentation eigener Arbeiten in über 30 Ländern weltweit.  Gegenwärtig ist er Vertretungsprofessor für Klangkunst an der Musikhochschule in München und ist ab Oktober 2022 Professor an der Musikhochschule in Lübeck.

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Claudia Schmitz ist Internationale Künstlerin zeitbasierter Medien. Untersuchungen sozio-urbaner Gefüge, Hinterfragen hegemonialer Ordnungssysteme, Nachhaltigkeit, Synästhesie, Identität im virtuellen und realen Raum, Machine Learning, Re- vs. Interaktivität, Intermedialität, sind Hauptthemen ihrer aktuellen künstlerischen Forschung.

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