Adam Fischer zeichnet George Soros aus

Adam Fischer zeichnet George Soros aus

Menschenrechtspreis der Tonhalle

Marita Ingenhoven
+49 (211) 91387553
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Dirigent Adam Fischer, Principal Conductor der Düsseldorfer Symphoniker, hat am 22. März 2018 im Rahmen eines feierlichen Festaktes den Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf verliehen. Preisträger ist der in Ungarn geborene, US-amerikanische Geschäftsmann George Soros. Adam Fischer setzte damit ein Zeichen gegen die wachsende Gefahr der Fremdenfeindlichkeit, des Rassismus und der Einschränkung der Freiheitsrechte in Europa.

In seiner Laudatio wies Adam Fischer darauf hin, dass Soros heute in verschiedenen osteuropäischen Ländern mit antisemitischen Hetzkampagnen angegriffen wird und in seinem alten Heimatland Ungarn mittlerweile als Staatsfeind Nummer 1 gilt. Fischer drückte seine Wertschätzung dafür aus, dass George Soros großzügig Milliardensummen spendet, um die Menschenrechte zu schützen und demokratische Bewegungen zu fördern. „Wir möchten George Soros als Kämpfer für eine offene, multikulturelle Gesellschaft ehren“, sagte Adam Fischer.

George Soros konnte bei der Preisverleihung selbst nicht anwesend sein, bedankte sich aber in einer Videobotschaft für die Auszeichnung und Adam Fischer für seinen unermüdlichen Kampf für die Menschenrechte. Wörtlich sagte Soros: „Ich bin besorgt, mein Geburtsland Ungarn unter der Kontrolle derer zu sehen, die um jeden Preis an der Macht bleiben wollen. Zugleich bin ich ermutigt durch das Engagement ganz normaler ungarischer Bürger, die für ihre Rechte einstehen und Wege finden, einen Beitrag für das Land zu leisten und anderen zu helfen.“ George Soros kündigte an, das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro an die Real Pearl Foundation zu spenden – eine Stiftung, die in einer der ärmsten Regionen Ungarns Kinder und Familien unterstützt und mit kunstpädagogischen Programmen zur Integration von Kindern der Roma-Gemeinschaft beiträgt.

Stellvertretend für George Soros nahm in der Tonhalle Düsseldorf der US-amerikanische Dirigent Leon Botstein den Menschenrechtspreis entgegen. Botstein ist langjähriges Mitglied im Stiftungsrat von Soros‘ Open Society Foundations, die sich für den Schutz der Menschenrechte und der Förderung demokratischer Bewegungen einsetzen. Im Anschluss an die Preisverleihung spielten die Düsseldorfer Symphoniker Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie („Eroica“), dirigiert von Adam Fischer.

Der Menschenrechtspreis der Tonhalle geht auf Adam Fischers Initiative zurück und wird jährlich an eine Person oder eine Organisation verliehen, die sich im besonderen Maße für die Menschenrechte einsetzt. Adam Fischer trifft persönlich die Auswahl des Preisträgers. Bislang wurden die Organisation Ärzte ohne Grenzen (2016) und das Flüchtlingscamp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos (2017) ausgezeichnet. Das Preisgeld wird von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle gestiftet.