
Der Elefant im Raum heißt Peter Tschaikowsky. Zwar steht sein Name heute nicht auf dem Programm, doch alle Komponisten des Abends sind auf faszinierende Weise mit ihm verbunden: Schumanns tief romantisches Klavierkonzert in a-Moll hätte Tschaikowsky selbst am liebsten täglich gehört. Jean Sibelius wiederum bewunderte den russischen Meister zutiefst – viele musikalische Ideen seiner geheimnisvollen Wald-Symphonie »Tapiola« erinnern an Tschaikowsky, andere weisen weit über ihn hinaus. Igor Strawinsky schließlich hat das Verhältnis zu Tschaikowsky besonders komplex gestaltet: In seinem »Feuervogel« lehnt er sich zunächst liebevoll an dessen Stil an, bevor er sich Lichtjahre davon entfernt und später bewusst ironisch imitiert. Es gibt wohl kein anderes Stück, das so emotional dicht vom ewigen Kampf zwischen Dunkelheit und Licht, Chaos und Harmonie erzählt. Unfair, aber in der Kunst unvermeidlich: Der Sieger steht von Anfang an fest. Am Ende gewinnt pure Schönheit, und zwar mit der einzigen Waffe, die sie besitzt: pure Schönheit.
Alexander Gadjievs Heimatstadt ist die italienisch-slowenischen Grenzstadt Gorizia, Kulturhauptstadt Europas 2025 und ein natürlicher Kreuzungspunkt von Völkern, Kulturen und Sprachen. Beide Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf Gadjievs natürliche Fähigkeit, verschiedene Musikstile und Sprachen aufzunehmen, zu verarbeiten und nach seinem eigenen Geschmack umzugestalten. Alexander Gadjiev spricht fünf Sprachen: Italienisch, Slowenisch, Englisch, Deutsch und Russisch. Als bester Solist 2022 erhielt er den 42° Premio della critica musicale »Franco Abbiati«, den wichtigsten Musikpreis Italiens. Im Februar 2023 empfing er den »Prešeren Preis« vom slowenischen Staatspräsidenten, die höchste Auszeichnung für Kunstschaffende in Slowenien. Neben zahlreichen früheren Preisen gewann Gadjiev 2021 den 1. Preis beim Sydney International Piano Wettbewerb sowie den 2. Preis und den Spezialpreis Krystian Zimerman für seine Interpretation einer Chopin-Sonate beim International Chopin Wettbewerb. Mit 20 Jahren gewann er den 1. Preis des Hamamatsu International Piano Competition, wo er auch den Publikumspreis erhielt, und mit 22 Jahren den 1. Preis beim »World Piano Masters« in Montecarlo.
Der gebürtige Belgier David Reiland begann seine musikalische Ausbildung an der Königlichen Hochschule für Musik in Brüssel. Es folgte ein Dirigierstudium an der Hochschule für Musik Alfred Cortot in Paris sowie an der Universität Mozarteum in Salzburg. Seine Ausbildung als Dirigent vervollständigte er bei Pierre Boulez, David Zinmann, Bernard Haitink, Jorma Panula und Mariss Jansons. Von 2012 bis 2018 dirigierte er als musikalischer Direktor das Orchestre de Chambre du Luxembourg. Seit 2018 leitet er das Orchestre national de Metz Grand Est und seit 2021 außerdem das Korean National Symphony Orchestra. Als Erster Gastdirigent der Sinfonietta Lausanne und als Schumann-Gast der Düsseldorfer Symphoniker pflegt er mit diesen Orchestern ebenfalls eine enge Zusammenarbeit.
Sternzeichen: Strawinsky – Der Feuervogel
Freitag, 12. Juni 2026, 20:00 Uhr
Sonntag, 14. Juni 2026, 11:00 Uhr
Montag, 15. Juni 2026, 20:00 Uhr
Mendelssohn-Saal
Tickets: 19 – 69 Euro, Studierende und Schüler*innen 50 % Rabatt in den Preisgruppen 1 – 3, Studierende 8 Euro in Preisgruppe 4 und 5, Schüler*innen 10 Euro in Preisgruppe 4 und 5