

Intendant Michael Becker, der kaufmännische Geschäftsführer Burkhard Scheuer und Dramaturg Uwe Sommer-Sorgente stellten am 7. Mai 2026 bei einem Pressegespräch das Programm der Tonhalle Düsseldorf für die Konzertsaison 2026/27 vor. Das Publikum darf sich auf emotionale und inspirierende Musikerlebnisse freuen:
Artist in Residence der Tonhalle Düsseldorf 2026/27 ist die Geigerin Alena Baeva. Sie wird viermal als Solistin mit den Düsseldorfer Symphonikern und zweimal als Kammermusikerin mit ausgewählten Partnerinnen und Partnern musizieren. Die als »magnetische Persönlichkeit« (New York Classical Review) beschriebene Baeva gilt als eine der vielseitigsten und fesselndsten Solistinnen, die heute auf der internationalen Bühne aktiv sind. Mit ihrer leidenschaftlichen musikalischen Neugier verfügt Baeva über ein umfangreiches Repertoire: Neben der etablierten Violinliteratur widmet sie sich vor allem weniger bekannten Werken. Auch ihr Programm in der Tonhalle hat es in sich und versammelt sowohl populäre Stücke wie Prokofjews 2. Violinkonzert oder Ravels »Tzigane« als auch weniger bekannte Perlen wie die »Märchentänze« von Thomas Adès oder Jörg Widmanns »Tears of Muses«.
Fast auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 8. Mai 1926, wurde das Planetarium am Ehrenhof eröffnet, das heute die Tonhalle ist. Zahlreiche Veranstaltungen nehmen seit Jahresbeginn Bezug auf das Jubiläum, und auch in der ersten Saisonhälfte 2026/27 wird sich das Entstehungsjahr der Tonhalle im Konzertprogramm widerspiegeln: In jedem Symphoniekonzert mit den Düsseldorfer Symphonikern des Kalenderjahres 2026 findet sich ein Stück, das im Jahr 1926 komponiert, entscheidend bearbeitet oder uraufgeführt wurde. Dazu zählen Werke von Lehár, Korngold, Prokofjew und Nielsen.
In der Saison 2026/27 sind Dirigentinnen und Dirigenten wie Holly Choe, Adrien Perruchon, Michael Sanderling oder Kahchun Wong am Pult der Düsseldorfer Symphoniker zu erleben und großartige Solistinnen und Solisten wie die Cellisten Steven Isserlis und Johannes Moser, die Pianisten Stephen Hough und Yoav Levanon oder die Sopranistinnen Catriona Morison und Jeanine de Bique zu Gast. Schon der Saisonauftakt im September verspricht ein Höhepunkt des Konzertjahres zu werden: Adam Fischer, Principal Conductor der Düsseldorfer Symphoniker, dirigiert Dvořáks 9. Symphonie, und Igor Levit ist als Solist von Bartóks 3. Klavierkonzert zu hören. Adam Fischer dirigiert 2026/27 insgesamt drei Sternzeichen-Programme, im Oktober 2025 unternimmt er zudem eine Konzerttournee mit den Düsseldorfer Symphonikern durch Spanien. In sieben Konzerten in sieben Städten wird Mahler 3 gespielt.
Für Alpesh Chauhan ist 2026/27 die letzte Saison als Principal Guest Conductor der Düsseldorfer Symphoniker. Er dirigiert zwei Sternzeichen-Programme und wird Orchester und Publikum auch wieder gewohnt charmant, witzig und schlagfertig durch das Valentinskonzert begleiten. Im April 2027 steht die erste Konzertreise des Orchesters durch Großbritannien an, mit dem gebürtigen Briten Chauhan am Pult. Die Tourneeplanung beinhaltet auch ein Konzert in Chauhans Heimatstadt Birmingham.
Im November und Dezember 2026 werden drei »Sternstunden« das Tonhallen-Rund besonders hell erstrahlen lassen: Schauspielerin und Comedienne Anke Engelke wird im großen Benefizkonzert für action medeor mit den Düsseldorfer Symphonikern singend und moderierend mit ihrem unvergleichlichen Charme beglücken. Altmeister Philippe Herreweghe und sein Collegium Vocale Gent beseelen mit Bachs »Weihnachtsoratorium« und verkürzen die Wartezeit auf Weihnachten auf denkbar schönste Weise. Und ein großes, gemeinschaftliches Jubiläumskonzert zum 70. Geburtstag der Clara-Schumann-Musikschule mit den Clara-Schumann-Players der CSM, dem Jugendblasorchester der CSM und dem U 16-Orchester der Tonhalle feiert den musikalischen Nachwuchs.
In der Kammermusikreihe »Raumstation« sind Trompeter Simon Höfele und das Frank Dupree Trio zu Gast, die Klassik und Jazz stilsicher miteinander verbinden. Leonidas Kavakos und das Apollon Ensemble spielen Bach und Vivaldi. Ein hochkarätig besetztes Klavierquartett mit Benjamin Grosvenor (Klavier), Hyeyoon Park (Violine), Timothy Ridout (Viola) und Kian Soltani (Violoncello) widmet sich Sergej Taneyev und Antonín Dvořák. Und Artist in Residence Alena Baeva wird gemeinsam mit der Mezzosopranistin Fleur Barron, Aylen Pritchin (Violine), Lawrence Power (Viola), Julian Steckel (Violoncello) und Maxim Emelyanychev (Klavier) Werken von Respighi, Brahms, Schumann und Debussy einen ganz besonderen Zauber entlocken.
Ein neues Gesicht begrüßt die Tonhalle in der beliebten Reihe »Comedy geht ins Konzert«, in der Klassik auf Komik trifft. Florian Schroeder und Maxi Schafroth versehen weiter zuverlässig ihren Dienst an der Pointe. Als Dritte im Bunde kommt Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin Gisa Flake hinzu, die u. a regelmäßig in der »heute-show« zu Gast ist und deren Energie, Gesang und Humor noch jeden Saal elektrisiert hat. Als Sparringspartner sind die Düsseldorfer Symphoniker und die Ensembles Apollo’s Fire und O’Modernt mit dabei.
Auch die Reihe »Virtuosen-Varieté« bekommt eine neue Gastgeberin: Nachdem das Duo Igudesman & Joo seine gemeinsame internationale Karriere beendet hat, wird zukünftig Pianist Hyung-ki Joo mit Drag Queen Loreley Rivers durch den Abend mit wechselnden Gästen führen, die lustvoll und virtuos eine Brücke schlagen zwischen Klassik und Comedy. Loreley Rivers ist international bekannt aus der TV-Show »Drag Race Germany« und der Tonhalle schon länger verbunden: Neben ihrer Karriere auf Bühnen und Bildschirmen arbeitet sie auch als Dramaturgin im Haus.
Eine feste Größe im Tonhallen-Kalender ist das Angebot für Kinder und Jugendliche. Über das Verlieren und (Wieder-)Finden erzählen die Konzerte für junge Ohren in den Familienmusikwochen unter dem Motto »Lost & Found«. In der Saison 2026/27 knackt die Tonhalle einen Rekord: Stolze 30 Konzerte innerhalb einer Woche finden für Kinder im Alter zwischen 0 und 10 Jahren statt. Neben den bewährten und beliebten Konzertreihen »Ultraschall«, »Himmelblau«, »Sterntaler«, »Plutino« und »Sternschnuppen« bietet die Musikvermittlung pro Familienmusikwoche ganz neu auch ein Familienkonzert als »Relaxed Performance« an. Diese richtet sich explizit an Familien mit neurodivergenten und behinderten Mitgliedern. In entspannter und barrierearmer Konzertumgebung können dann auch dezidiert Familien mit jungen Kindern eine Relaxed Performance genießen. Die Kammermusikreihe Relaxed Performance für Erwachsene, aus der wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung der Familienkonzerte gezogen werden konnten, wird ebenfalls fortgeführt. Damit geht die Tonhalle einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Inklusion und Teilhabe. Die Konzertreihen »Big Bang« mit dem JSO und dem U 16-Orchester der Tonhalle sowie die multimediale »Ignition« mit Dirigent Gordon Hamilton und den Düsseldorfer Symphonikrtn bieten ebenfalls einzigartige Hörerlebnisse für junges Publikum.
Intendant Michael Becker blickt voller Vorfreude auf die nächsten Monate: »Ich finde diese Saison in ihrer Tiefe und ihrer Breite unglaublich schön und besonders gelungen. Wenn ich bedenke, wie viel zusätzliche Arbeit das Team durch die Sanierung bewältigt, berührt es mich umso mehr, mit welcher Leidenschaft und Hingabe alle gemeinsam die neue Spielzeit auf die Beine gestellt haben.«
Am 100-jährigen Gebäude der Tonhalle laufen parallel zum Konzertbetrieb aktuell umfangreiche Sanierungsarbeiten, über die Anke Pfeuffer, Leiterin des Betriebsbüros, informierte. Die Sanierung der Westfassade, des Verwaltungstraktes und im Bereich der Elektronik sowie die Erneuerung von Wasser- und Abwassernetzen geht gut voran, liegt im Zeitplan und im Budget der veranschlagten 10 Mio. Euro Projektkosten. Die Mitglieder des Tonhallen-Teams, die wegen der Sanierungsarbeiten mit ihren Büros in Container vor dem Haupteingang der Tonhalle ausgelagert wurden, werden voraussichtlich bereits im Juli 2026 schon wieder ihre Räume in der Tonhalle beziehen können. In den Jahren 2027 bis 2031 ist die Sanierung der Nord-, Ost- und Südfassade sowie der Dachterrasse, der Freitreppen und des Ecktempels geplant. Die Projektkosten dieser Maßnahmen belaufen sich auf rund 35 Mio. Euro.
Burkhard Scheuer, kaufmännischer Geschäftsführer der Tonhalle Düsseldorf, zog im Pressegespräch eine sehr positive Bilanz der noch laufenden Spielzeit 2025/26. Wie in der Vorsaison wird wieder eine Auslastung von 88 Prozent erreicht werden. Nochmals zulegen im Gästezuspruch konnten die beliebten »Sternzeichen«-Konzerten (Auslastung 91 Prozent) und die Kammermusikkonzerte der Reihe »Raumstation« (90 Prozent). Insgesamt wurden in der aktuellen Saison 326 Veranstaltungen mit rund 300.000 Besucherinnen und Besuchern durchgeführt.
Der Kartenvorverkauf für alle Tonhallen-Konzerte mit Ausnahme der Abo-Reihen, einiger Veranstaltungen der Familienmusikwochen und des Schumannfests 2027 startet am 8. Mai, Abonnements für die Saison 2026/27 können bereits abgeschlossen werden. Der Vorverkauf für Einzelkarten der Abo-Reihen »Sternzeichen«, »Raumstation« und »Comedy geht ins Konzert« beginnt am 17. August 2026. Das neue, druckfrische Saisonmagazin OTON mit dem Jahresprogramm 2026/27 ist ab sofort kostenlos an der Konzertkasse der Tonhalle erhältlich.
Düsseldorf, 7. Mai 2026
Auf den Fotos der Pressekonferenz: Betriebsbüro-Leiterin Anke Pfeuffer, Dramaturg Uwe Sommer-Sorgente, Intendant Michael Becker, der kaufmännische Geschäftsführer Burkhard Scheuer sowie ein Gesangsauftritt von Drag Queen Lorely Rivers mit Pianist Dan Ratiu (© Susanne Diesner)