Mozart: Jupiter-Symphonie

Kein Geringerer als Jupiter, der römische Göttervater, ist Namenspate von Mozarts 41. Symphonie. Wer ihr den Beinamen posthum hinzufügte, ist nicht eindeutig geklärt – als wahrscheinlichster Urheber gilt der Konzertunternehmer Johann Peter Salomon. Weitestgehende Einigkeit besteht hingegen in der Überzeugung, dass göttliche Vollkommenheit das adäquate Attribut für Mozarts letzte Symphonie ist. Zusammen mit der Symphonie in g-Moll und der Es-Dur-Symphonie gilt sie in der Fachwelt als Höhepunkt seines symphonischen Schaffens und als Gipfel seiner Kompositionskunst. Altmeisterlich und avantgardistisch, einfach und gigantisch, streng und spielerisch – wie kein zweiter verstand es Mozart, in diesem symphonischen Meisterwerk die unterschiedlichsten Gegensätze miteinander zu verbinden. Sein Geniestreich gelang ihm wahrlich mit Pauken und Trompeten. Und das ist wörtlich gemeint, wird doch die festliche Pracht des Werkes ganz wesentlich durch diese beiden Instrumente gestützt.

Dabei waren es schwere Zeiten, in denen Mozart sein »Symphonisches Triptychon« in einer Rekordzeit von unfassbaren acht Wochen schrieb. »Ich bin immer zu Hause; – ich habe in den 10 Tagen, daß ich hier wohne, mehr gearbeitet als in anderen Logis in 2 Monat, und kämen mir nicht so oft schwarze Gedanken (die ich nur mit Gewalt ausschlagen muß) würde es mir noch besser von Statten gehen«, beschrieb er selbst seine Situation in jenen Wochen des Jahres 1788. Existenzängste und Depressionen hatten ihn ausgelaugt, sowohl finanziell als auch psychisch war er am Rande des Ruins. Seiner Schaffenskraft tat dies zum Glück keinen Abbruch. Im Gegenteil: Vor allem der strahlenden Jupiter-Symphonie merkt man von dieser düsteren Verfassung nicht das Geringste an.

Berühmt ist sie vor allem durch ihren revolutionären Finalsatz geworden. Mozart vereint hier, was bislang als unvereinbar galt: Die klassische Sonatenform mit der barocken Fuge oder zumindest mit fugierten Teilen. Altes und Neues, Klassik und Barock, homophone und polyphone Elemente, Strenge und übersprudelnde Vitalität verschmelzen in perfekt verwobener Synthese. Damit übertrifft der Schlusssatz den Kopfsatz zum ersten Mal an Bedeutung. Erstmalig ist das Finale nicht mehr der Kehraus, sondern das Herz- und Hauptstück einer Symphonie. Auch in dieser Hinsicht ist das Werk musikhistorisch einzigartig und bereitet nicht zuletzt den Boden für nachkommende Größen wie Beethoven, Brahms, Bruckner und Mahler.

Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 41 KV 551 C-Dur »Jupiter«
Länge: 30 Min.

Foto: Faksimile der autographen Partitur (c) omnifacsimiles.com