Till Fellner

Jeder Ton, den Till Fellner unter seinen Fingern formt, ist wohl durchdacht, präzise gesetzt und punktgenau. Denn wenn der gebürtige Wiener am Flügel sitzt, „versinkt“ er – die Welt um sich herum ausgeblendet – in der Musik.

Till Fellners internationale Karriere begann 1993, als er mit Anfang 20 den 1. Preis beim renommierten Concours Clara Haskil in Vevey (Schweiz) gewann. Der Erfolg öffnete ihm die Türen zu den wichtigsten Orchestern in den großen Musikzentren von Europa, den USA und Japan sowie zu zahlreichen bedeutenden Festivals. Er konzertierte u. a. mit dem Boston Symphony Orchestra, den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem New York Philharmonic, dem Chicago Symphony Orchestra, dem NHK-Sinfonieorchester, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem London Symphony Orchestra und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und musizierte dort mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Vladimir Ashkenazy, Herbert Blomstedt, Semyon Bychkov, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Manfred Honeck, Sir Charles Mackerras, Sir Neville Marriner, Kurt Masur, Kent Nagano, Jonathan Nott, Kirill Petrenko und Hans Zender. In der Kammermusik verbindet ihn eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem britischen Tenor Mark Padmore und mit dem Belcea Quartett. Im Frühjahr 2019 unternahm er eine USA-Tournee mit dem Cellisten Johannes Moser.

Till Fellner ist Perfektionist. Immer wieder räumt er sich bewusst Zeit ein, um zu „versinken“. Im Herbst 2001 nahm er sich zum ersten Mal eine zwölfmonatige Auszeit und nutzte sein Sabbatical, um sich konzentriert Bachs „Wohltemperierten Klavier“ zu widmen. Tief tauchte er in das Werk ein und als ausgewiesener Experte wieder auf. Beim legendären Label ECM veröffentlichte er den 1. Band des Wohltemperierten Klaviers sowie Bachs zwei- und dreistimmigen Inventionen, später folgten die 32 Klaviersonaten von Beethoven. Zwischen 2008 und 2010 spielte Till Fellner einen siebenteiligen Zyklus mit allen Beethoven-Sonaten in New York, Washington, Tokio, London, Paris und Wien – zwei Meilensteine, denen die Werke Schuberts folgten. Darüber hinaus führte er Kompositionen von u. a. Kit Armstrong, Harrison Birtwistle, Thomas Larcher und Hans Zender erstmals auf.

Till Fellner studierte in seiner Heimatstadt Wien bei Klavier bei Helene Sedo-Stadler. Weitere Studien führten ihn zu u. a. Alfred Brendel, dem er bis heute verbunden ist. Seit 2013 lehrt Till Fellner an der Zürcher Hochschule der Künste, im Herbst 2019 war er Jurypräsident beim 62. Internationalen Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni in Bozen.