Foyer Tonhalle Umgang

Die Geschichte der Tonhalle

Der Architekt Wilhelm Kreis entwarf 1925 für den Düsseldorfer Ehrenhof eine Reihe von Veranstaltungsgebäude. Dazu gehörte die "Rheinhalle" mit einem Planetarium sowie umliegende Museen. Anlass war fehlender Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen.

DAS PLANETARIUM

Die Rheinhalle - die heutige Tonhalle - entstand nach neoklassizistischem Vorbild. Das Gebäude gilt heute als wichtiges Bauwerk des Backsteineexpressionismus. Wilhelm Kreis, der in der nachfolgenden nationalsozialistischen Zeit zu "großen Ehren" gelangte, hatte auf die damalige Stadtarchitektur Düsseldorfs entscheidenden Einfluss. Sein Gesamtwerk zeichnet sich durch eine strenge Form und ruhige, klare Linienführungen aus. Warmtönige Klinker und Tuffsteine, wie sie schon im alten Rom Verwendung fanden, wurden als Materialien eingesetzt. Dominant an der Anlage im Ehrenhof war der Kuppelbau. Kreis' Entwurf wurde damals von Experten gerühmt. Der prominente und international bekannte Kunstkritiker Max Osborn beschrieb Kreis' Werk mit folgenden Worten: "Das ist das Wesentliche an der außerordentlichen Leistung Kreis', dass er mit schöpferischem Griff die Gruppe dieser mannigfaltigen Gebäude zu einem Gesamtbild von machtvoller, überwältigender Einheit zusammengefasst hat."

DER 2. WELTKRIEG UND ZERSTÖRUNG

Das Planetarium verlor bald den Reiz des Neuen und der Besucherstrom ließ nach. Die Rheinhalle wurde mehr und mehr zur Vielzweck-Veranstaltungsstätte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 1942 durch eine Sprengbombe stark beschädigt, glücklicherweise kam es nicht zum Abriss. Die „alte Tonhalle“ (auf der Tonhallenstraße, später Kaufhaus Karstadt) wurde hingegen beim Pfingstangriff 1943 völlig zerstört. 1944 wurde das Orchester aufgelöst, die Musiker in kriegswichtige Betriebe geschickt. Aber schon im Juli 1945 wurde der Konzertbetrieb mit 45 Musikern wieder aufgenommen. Die Ruine des Planetariums richtete man notdürftig zu einer Veranstaltungsstätte her, im August 1948 fand die erste große Veranstaltung statt. Zu Beginn der 1950er-Jahre wurde die Rheinhalle dann gründlicher umgebaut und erhielt wieder einen passablen Veranstaltungsraum. Es sollte aber noch mehr als 25 Jahre dauern, bis mit der "neuen" Tonhalle ein ernst zu nehmendes Zentrum für konzertante Musik entstand. Dies war nicht zuletzt ein Verdienst des Architekten Prof. Dr. Helmut Hentrich, der den Umbau der Rheinhalle ins Gespräch brachte. Wichtig war, dass die äußere Fassade, das Grüne Gewölbe sowie die Kuppel erhalten blieben. Es wurde ein Konzept entwickelt, das moderne architektonische Überlegungen mit der alten historischen Bauweise verband. Viele Elemente des Planetariums konnten restauriert werden, etwa bildnerischer Schmuck und die Skulpturen.

DER UMBAU ZUR TONHALLE

Zwischen 1975 und 1978 wurde die gesamte Außenfassade des Gebäudes restauriert, schadhafte Stellen wurden ausgebessert. Der Muschelkalksockel der Westfassade wurde ersetzt und bis zum Widerlager der Oberkasseler Brücke fortgeführt. Unter komplizierter Verpackung haben die Mosaiken von Professor Nauen die Bauzeit überstehen können. Die Plastiken des Bildhauers Karl Moritz Schreiner rechts und links des nördlichen Terrassenaufgangs vervollständigen an alter Stelle das Bild der Fassade. Knubels "Pallas Athene" bekam einen neuen Goldglanz. Die Kuppel wurde auf die alte Höhe von 1926 gebracht. Die einzige offenkundige Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes liegt darin, dass die Architekten den alten, ursprünglich offenen Umgang unter der Kuppel in den Innenraum einbezogen haben. Das Innere des Gebäudes erhielt ein komplett neues Erscheinungsbild. Dazu gehört ein großer Konzertsaal mit knapp 2.000 Sitzplätzen. Der Konzertsaal befindet sich direkt unter der Kuppel. Neu hinzu gekommen sind spezielle Lichtkunstwerke. So steht im Zenit ein blaues Reflexionsobjekt von Adolf Luther mit 21 Hohlspiegeln und ebenso vielen Projektoren. Diese Lichtelemente, die einem Sternenhimmel nachempfunden sind, machen die Halle zu einem musikalischen Planetarium. Im April 1978 wurde die neue Tonhalle feierlich eröffnet.