Wien als Werkstatt: Haydn, Mozart, Schubert und Beethoven haben die Hauptstadt der Donaumonarchie in der Klassik und frühen Romantik zum Gravitationspunkt der europäischen Musik gemacht. Persönliche Begegnungen gab es wenige – doch ihre Musik erzählt davon, wie sehr sie im Wortsinn aufeinander hörten, sich gegenseitig verehrten, voneinander lernten. So klingen in Schuberts 5. Symphonie sowohl Mozart als auch Beethoven nach. Ein Jahrhundert später trafen – wieder in Wien – mit Mahler, Zemlinsky, Schönberg, Berg und Webern Komponisten aufeinander, die binnen weniger Jahre und mit ungeheurer Intensität das Tor zur Moderne aufrissen. Anders als Mozart & Co. waren sie sich auch persönlich sehr nahe. Mehr als alle Worte sagte aber auch hier die Musik: Bergs liebestrunkene »Lyrische Suite« ist seinem Mentor und Freund Alexander Zemlinsky gewidmet, dessen Musik er auch zitiert.