Energiegewinnung

Green Monday
Energiegewinnung

 

Unsere Gäste im Star Talk zum Thema

Mona Neubaur ist Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Pädagogin arbeitete sie zunächst in der Energiewirtschaft und anschließend bei der Heinrich Böll Stiftung NRW. In Düsseldorf hat sie ihre Wahlheimat gefunden und sich bereits in ihrer Zeit als Lokalpolitikerin für sauberen Strom für Düsseldorf eingesetzt.

Das Klimamobil ist ein mobiles Beratungsangebot der Stadt Düsseldorf und berät zu Förderprogrammen, energetischer Sanierung, regenerativen Heizsystemen und Photovoltaik.

Die Stadtwerke Düsseldorf unterstützen als Klimapartner die Stadt Düsseldorf durch die Transformation der Infrastruktur: Sie ersetzen fossile Kraftwerke gegen neuentwickelte, nachhaltige Technologien und setzen dabei unter anderem auf Geothermie und Wasserstoff.

Die Verbraucherzentrale NRW bietet Beratung zu verschiedenen Alltagsthemen und setzt sich für den Verbraucherschutz ein, einschließlich Beratung in den Bereichen energetische Sanierung und erneuerbare Energien.

Warum Erneuerbare Energien? 

Die Tonhalle nutzt seit Januar 2021 grünen Strom, seit Mitte 2023 beliefern die Stadtwerke Düsseldorf sogar alle Privat- und Gewerbekunden mit Ökostrom. Auch deutschlandweit hat der Ausbau bei erneuerbaren Energien Fahrt aufgenommen. Im Jahr 2023 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix bei 52% (im Vergleich zu 46% im Vorjahr). Windkraftanlagen sind dabei die Spitzenreiter: Fast ein Drittel des Stroms in Deutschland wird durch Windkraft erzeugt. Doch auch Solaranlagen leisten einen beträchtlichen Beitrag – und dieser wächst stetig. Der Zubau lag im vergangenen Jahr mit 14GW weit über dem Ausbauziel der Regierung (9GW). Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen hat die Bundesregierung in der letzten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) das Ausbauziel für 2030 von 65% auf 80% erneuerbare Energien am deutschen Strommix erhöht. In den anderen beiden großen Energie-Bereichen besteht allerdings noch Aufholbedarf: Im Wärmesektor liegt der Anteil erneuerbarer Energien nur bei knapp 19%, im Verkehrssektor sogar nur bei 7%.

Der Trend zu erneuerbaren Energien ist deutlich sichtbar. Warum sind sie den konventionellen Energieträgern überlegen?

Unabhängigkeit & Sicherheit: Die Quellen für erneuerbare Energie existieren auf der ganzen Welt und sind nahezu unerschöpflich. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern können nur sie perspektivisch für eine dezentrale und unabhängige weltweite Energieversorgung sorgen. Dies gilt auf mehreren Ebenen, da nicht nur Staaten unabhängiger von Importen aus rohstoffreichen Regionen werden, sondern auch innerhalb von Ländern die Anzahl an Energieproduzenten steigt und damit die Abhängigkeit von großen Kraftwerken sinkt.

Klimafreundlichkeit & Nachhaltigkeit: Erneuerbare Energien verursachen nur etwa 10% der Treibhausgas-Emissionen von konventionellen Energieträgern. Im Jahr 2022 vermieden erneuerbare Energien auf diese Weise 237 Millionen Tonnen CO2. Um diese Menge an CO2 zu speichern, bräuchte es einen Wald von mehr als 10% der Fläche NRWs. Diese Zahl ist umso beeindruckender vor dem Hintergrund, dass dieser Wert sich seit dem Jahr 2000 verfünffacht hat. 

Kostenersparnis: Die Investitionen in erneuerbare Energien, die rasante technische Entwicklung und die steigende Nachfrage sorgen dafür, dass erneuerbare Energien immer wettbewerbsfähiger werden. Die Stromgestehungskosten, also die Kosten, die anfallen, um Strom aus einer bestimmten Quelle zu erzeugen, sind bei erneuerbaren Energien in den letzten Jahren gesunken, sodass dieser Strom immer günstiger wird.

▶ Mythos: Verlust von Arbeitsplätzen

Eine Studie der University of British Columbia in Kanada mit Daten aus mehr als 50 Ländern hat 2021 ergeben, dass der Ausbau von erneuerbare Energien deutlich mehr Arbeitsplätze schaffen kann als durch die Abkehr von fossilen Brennstoffen verloren gehen. In Deutschland kommt dazu, dass etwa 2/3 der im Kohlesektor Beschäftigten bis 2030 in Rente gehen werden, womit keine Massenkündigungen zu befürchten sind.

▶ Mythos: Unzuverlässig

Es stimmt, dass besonders Solar- und Windenergie wetterabhängig sind. Aber: Es gibt Möglichkeiten, um dennoch zu einer verlässlichen Stromversorgung zu gelangen. Beispielsweise hilft ein guter Netzausbau, dass sich Regionen mit unterschiedlichen Witterungsbedingungen gegenseitig aushelfen können. Und durch den Ausbau von Speichern können sowohl kurzzeitige Netzschwankungen ausgeglichen als auch längerfristige Bedarfe gedeckt werden.

▶ Mythos: Mehr Schaden als Nutzen

Bei Solaranlagen ist die energetische Amortisation – also der Zeitpunkt, zu dem die Anlage mehr Energie erzeugt hat, als durch ihre Produktion benötigt wurde – in der Regel nach etwa einem Jahr erreicht. Bei Windkraftanlagen sogar nach Monaten. Weiteres Potential zur CO2-Einsparung wird bereits ausgenutzt: So können durch die Produktion der Anlagen in Europa oder die Investition in ein flächendeckendes Recycling-System weitere Treibhausgas-Emissionen eingespart werden.